Seit zehn Jahren finden Angehörige bei Rosi Schmitt und ihren Mitarbeitern Hilfe und Unterstützung, wenn sie ihre Angehörigen zuhause pflegen. "Eigentlich sind es jetzt sogar schon elf Jahre", sagt die Pflegeberaterin in ihrer Begrüßung bei einer Fach-Tagung zum Thema Demenz.

Zehn Jahre Beratung

Zu dem "Feier"- und Informationstag waren neben Landrat Alexander Tritthart (CSU), Christian Pech, der Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Thomas Klüpfel, Geschäftsführer des ASB Erlangen-Höchstadt sowie Bürgermeister und Kollegen weiterer Beratungsstellen aus dem Landkreis gekommen.

Tritthart betonte in seiner Rede, wie notwendig die Fach- und Beratungsstelle sei. Er meinte, dass das auch in Zukunft so sei und die Nachfrage nach solchen Stellen zunehmen werde. "Wichtig ist uns auch, dass Senioren solange es geht und sie gesund sind, daheim wohnen können", sagt der Landrat.

Dass das nicht immer so einfach ist, weiß Rosi Schmitt durch ihre jahrelange Erfahrung. Von Anfang an, als die Fachstelle zum 1. Januar 2008 ins Leben gerufen wurde, war sie dabei. Durch die vielen ehrenamtlichen Helfer sei die Arbeit der Beratungsstelle in Herzogenaurach erst so gut möglich. "Unser Ziel ist es, Pflegepersonen zu entlasten und die Pflege und Versorgung in den eigenen vier Wänden zu verbessern und erleichtern", sagt Schmitt.

Am Anfang, 2008, haben 369 pflegende Angehörige die Beratungsstelle für Unterstützung und Hilfe aufgesucht. 2018 waren es schon 660. Neben psychosozialer und allgemeiner Betreuung zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Informationen rund um technische Hilfsmittel und Wohnformen, bietet die Beratungsstelle Unterstützung in Form von Besuchsdiensten oder Helferkreistreffen.

Was ist Demenz eigentlich?

Bei dem Fachtag, der im Martin-Luther-Haus stattfand, ging es um das Thema Demenz. Neben Richard Mahlberg, einem Arzt mit dem Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie, waren weitere Dozenten die Ärztin Sabine Engel und der Arzt Elmar Gräßel. Mahlberg erläuterte in seinem Vortrag, was Demenz überhaupt ist. Und zuallererst stellte er den Irrtum, dass es sich dabei um eine Krankheit handelt, richtig. "Man spricht dabei von Demenzsyndrom. Das bedeutet, es ist eine Ansammlung von Symptomen von verschiedenen Krankheiten wie beispielsweise Morbus Alzheimer oder der Parkinson-Demenz", erklärt der Arzt.

Bei den Erkrankungen kommt es zu kognitiven Störungen des Gedächtnisses und Denkvermögens sowie nicht kognitiven Störungen wie Verhaltensstörungen, Psychosen und Affektivität bei den Betroffenen. Ein großes Problem für die pflegenden Familienmitglieder seien speziell Störungen im Tag- und Nachtrhythmus. "Das bedeutet oft nach ungefähr sechs bis acht Wochen das Ende der häuslichen Pflege", sagt Mahlberg. Und genau dann bietet die Fachstelle für pflegende Angehörige Hilfe, Unterstützung und die Suche nach Lösungen für diese Probleme.