"Unser Trip nach Kaya" überschrieben die Gymnasiasten David Nedo, Lars Töpperwien, Stefan Köhler und Enikö Juhasz sowie Gymnasiallehrer Matthias Engel den Bericht über ihre Reise in die Partnerstadt Kaya in Burkina Faso.

Die Gymnasiasten waren Teil der Herzogenauracher Delegation, die anlässlich des 45. Jubiläums der Städtepartnerschaft nach Kaya in Burkina Faso reiste. Die Jugendlichen sammelten genügend Eindrücke, um sich im Unterricht mit den Erfahrungen ihres Aufenthalts auseinanderzusetzen und den Mitschülern zu berichten. Der Vortrag in der Aula des Gymnasiums beschäftigte sich dem Müllproblem ebenso wie mit der Umwelt oder Schule und den Lebensumständen der dortigen Bevölkerung.

Sie berichteten aber auch von der Herzlichkeit der dortigen Bevölkerung, trotz der überall sichtbaren Armut. Auch Matthias Engel stand noch ganz unter dem Eindruck der Reise. "Ich würde lieber nach Kaya fahren, als in einem Park in New York spazieren gehen", meinte er zur Faszination der Herzlichkeit, die er in Kaya erfahren konnte.

Zum Erstaunen von Enikö Juhasz gehen trotz Schulpflicht in Kaya viele Kinder und Jugendliche nicht zur Schule. Sie konnte aber auch die Gründe nennen, so können viele Familien das Schulgeld nicht aufbringen, und die Kinder müssen zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

Den Besuch einer Schule mussten die Gymnasiasten erst mal verdauen, so gibt es im Gegensatz zu deutschen Schulen nur einen kleinen Klassenraum und keine digitalen oder elektronischen Hilfsmittel, sondern eben nur eine Tafel, wenn überhaupt. Teilweise bröckelt der Putz von der Decke, es gibt eine ungesicherte Elektrik und einen vermüllten Pausenhof. Die Herzogenauracher Gymnasiastin entdeckte aber auch Positives, nämlich hochmotivierte Schülerinnen und Schüler. Negativ sei aber, dass Lehrer so einfach streiken würden, weil sich der Staat weigert, angemessene Löhne zu zahlen.

Dass das Leben in Burkina Faso nicht einfach ist, war auch am Klima ersichtlich. So waren während des Aufenthalts im Spätherbst viele Felder noch nicht abgeerntet, weil der Regen ausblieb und sich auch in Kaya der Klimawandel bemerkbar mache. Der von den reichen Industrieländern verursachte Klimawandel wird die Gymnasiasten noch länger beschäftigen. Ihrer Meinung nach haben sich die Industrieländer in den letzten Jahren eher blamiert, als dass sie mit gutem Beispiel vorangehen würden.

"Umso wichtiger ist es, dass wir, also jeder Einzelne von uns, mehr Verantwortung für sein Handeln übernimmt", erklärte Lars Töpperwien und prangerte an, dass der Deutsche meist mit dem Auto unterwegs ist. Zur persönlichen Verantwortung gehören nach seiner Darstellung auch eine Reduzierung des Plastikmülls und eine Änderung des Konsumverhaltens.

Auch in Kaya werde sehr sorglos mit dem Plastikmüll umgegangen. Wasser werde in Tüten oder Plastikflaschen gefüllt und die leeren Tüten und Flaschen einfach weggeworfen. Deshalb sei es dringend notwendig, das Müllproblem möglichst schnell zu lösen. Es existiere zwar eine Müllsortierung. Aber deren Anblick sei weit von einer Funktionalität entfernt gewesen, und der Müll lag säckeweise und unbearbeitet herum.

Zum Konsumverhalten der Europäer kritisierten die jungen Leute auch: "Wir essen Hühnchenbrust und Hähnchenschenkel, aber der Hals und die Innereien werden für billiges Geld nach Afrika verkauft". Das habe Auswirkungen auf die afrikanischen Hähnchenzüchter, denn bei einem steigenden Angebot von Hähnchenteilen rutsche der Preis in den Keller und die afrikanischen Bauern und Züchter verdienen nichts mehr.

Deshalb ist Matthias Engel froh, dass durch die Kaya-Gelder Mikrokredite gegeben werden, die die Wirtschaft in der Partnerstadt ankurbeln und auch Arbeitsplätze schaffen. Der Gymnasiallehrer referierte noch über fairen Handel und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und Afrika. Da ging es auch um die Vermeidung von Fluchtursachen. Engel befürchtet, dass der "Batzen Entwicklungshilfe" nur zu einem verschwindend geringen Teil dort ankommt, wo er wirklich helfen würde.

So stellt sich für die Gymnasiasten auch die Frage: Was sollen wir tun, wenn aufgrund des Klimawandels ein Leben in manchen Regionen nicht mehr möglich sein wird?