Länger als geplant hat es gedauert, bis am Samstag nach mehrjähriger Renovierung mit einem Festgottesdienst die Klosterkirche Münchaurach wieder ihrer Bestimmung übergeben wurde. Zahlreiche Gäste waren gekommen, Posaunenklänge schallten durch das frisch renovierte Gotteshaus. "Nach der Renovierung erklingt wieder das Lob Gottes", freute sich der ehemalige Pfarrer von Münchaurach, Dieter Kuhn. Er feierte den Gottesdienst gemeinsam mit Stefan Ark Nitsche, Regionalbischof des Kirchenkreises Nürnberg, Dekan Peter Huschke sowie Pfarrer Thomas Koschnitzke und weiteren Geistlichen.
In der Predigt charakterisierte Ark Nitsche die Kirche als Bauwerk mit Geschichte. Die Kirche sei ein Ort der Gemeinschaft, die Gläubigen sollten miteinander Gerechtigkeit, Solidarität und die unveränderliche Würde des Menschen leben. Jede Kirche sei ein von Menschen gegründeter, besonderer Ort. Er forderte die Gläubigen dazu auf, die "Geschichte anzunehmen". Denn Tradition auszugraben könne auch zur Hebung von Schätzen führen.

Der Erstwohnsitz Gottes

Beim Bau sei besonders das Fundament wichtig, vergleichbar dem Grundgesetz für die Gesellschaft in Deutschland. Auch die Kirchen trügen eine gemeinsame Verantwortung für die Gesellschaft. "Ein Kirchenbau braucht einen Eckstein, der gesetzt ist. Richtschnur und Wasserwaage werden beim Propheten Jesaia als Recht und Gerechtigkeit tituliert." Ark Nitsche hatte beide Werkzeuge auf der Kanzel zur Demonstration mit dabei. Als Christen gelte es, in der Gesellschaft Leuchttürme, vergleichbar den Kirchtürmen zu sein. Die Ausstattung der Kirche sei wie ein Gleichnis, dass man an diesem Ort Gott begegnen kann. Die Kirchen sollten zum Erstwohnsitz Gottes werden.
Der Aurachtaler Vertrauensmann Peter Hußnätter gab einen kurzen Überblick über den Verlauf der Arbeiten. Als sich der Putz von der Decke gelockert habe, musste man handeln und ein umfassendes Konzept erarbeiten. Das sei bereits im Frühjahr 2007 gewesen. Viele Abschnitte hätten die Bauarbeiten im Innenraum und am Außenbau umfasst. Der Wunsch, zu Weihnachten 2012 wieder den Gottesdienst in der Kirche feiern zu können, habe sich leider nicht erfüllt. Unter anderem habe der Fund eines mittelalterlichen Gipsestrich-Bodens zu den Verzögerungen geführt. Auf diesen einzigartigen Boden weise eine Stele die Besucher hin, die vom Gartenbauverein finanziert wurde.
Der Oberreichenbacher Vertrauensmann Hermann Stumptner aus Oberreichenbach sprach seine Grußbotschaft vom Ambo aus, einer Art Lesepult, den die Oberreichenbacher gespendet hatten. Eine Spende der Sparkasse wurde für die Orgel aufgewandt.
Für Bürgermeister Erwin Schopper (FW) war es ein Tag der Freude für alle. Die Kirche sei als Haus Gottes von und für die Menschen geplant. Für viele Gläubige sei die Kirche mit wichtigen Terminen in ihrem Leben verknüpft. Die Kirche solle eine Stätte der Begegnung und Andacht sein.
Für die musikalische Gestaltung zeichneten der Männergesangverein Falkendorf, der Kirchenchor Münchaurach, der Posaunenchor und Gerald Fink als Leiter und an der Orgel verantwortlich.