Knapp zehn Wochen sind es her, seit die Kneipe "Downtown" in der Kellergasse geschlossen hat. Das dort beheimatete vor allem junge Publikum ist seither auf der Suche nach neuen Stammlokalen.

"Wir wissen nicht mehr, wo wir hin sollen, wo wir willkommen sind, und wie wir uns die Abende als Schüler auf die Dauer leisten sollen. Es gibt in Herzogenaurach keine Bars, die auf die Jugend von heute ausgelegt ist. Wir wollen ja nicht nur da sitzen und uns aufwärmen, sondern auch etwas trinken und essen." Das sagte Nina Hartwig am Karfreitag im Ratskeller.

Nach der Schließung des Downtown in der Kellergasse am 26. Januar nach Problemen mit den Nachbarn wissen ehemalige Gäste nicht so ganz, wo sie hin sollen. Das Downtown war eine kleine Kneipe und zentral gelegen und hatte viele Fans, auch unter den älteren Bürgern. Knapp zehn Wochen später haben wir uns in den Herzogenauracher Lokalen umgehört.

Herzobar und Ratskeller

An der Schütt sieht man öfter wieder junge Leute sitzen, die sich dort verabredet haben. Aber auch Weisendorfer Lokale, in denen Essen und Getränke günstig an den Mann gebracht werden, erfreuen sich offenbar neuer Beliebtheit. Wie es für das vorwiegend junge Publikum in Herzogenaurach weiter geht, bleibt abzuwarten. Die Erwartungen sind hoch angesetzt.

Nicht zu teuer sollte es sein und der gesamte Rahmen muss passen. Das meinten Klaus Sicker und Achim Schmidt, die in die Herzobar gehen. "Uns gefällt es hier in der Herzobar. Das etwas gehobene Ambiente ist echt schön und auch die Atmosphäre ist super," sagt Sicker. Doch Achim Schmidt fügt hinzu: "Wir haben einige Freunde aus dem Downtown seit der Schließung leider nicht mehr gesehen."

Anders im Ratskeller: "Es kommen immer wieder neue Gesichter und auch junge Leute, die einfach nur was trinken wollen" , stellt Sandra Nothdurft fest, die im Ratskeller bedient. Keine Veränderungen hingegen konnten die Herzobar und das Chillis verzeichnen. Jedoch ist Sami Alijaj, Inhaber und Cocktailmischer der Herzobar, offen für die Jugend. "Ich habe viele Räume, auch im Obergeschoss zum Beispiel das Kaminzimmer. Die Jugendlichen können Bescheid geben und wir schüren den Kamin an. Und für spontane Gäste haben wir unten noch Tische", fügt er hinzu.

Neueröffnungen stehen bevor

Jedoch ersetzt das für manche Herzogenauracher Jugendliche immer noch nicht ihr altes Downtown. Katrin Embacher meint: "Die Möglichkeit, einfach in eine Kneipe zu gehen und zu wissen, dass dort jemand ist den man kennt mit dem man sich unterhalten kann, ist jetzt einfach weg." Die Schülerin findet, dass es in Herzogenaurach kaum mehr Kneipen gibt, in denen hauptsächlich Jugendliche verkehren. "Wenn wir noch weggehen, dann in Weisendorf oder in Herzogenaurach im Backhaus oder Ratskeller. Dort ist es zwar auch schön, aber die alten Gesichter sieht man dort nicht mehr," fügt sie hinzu.

Julia Lochner geht in Herzogenaurach nur noch ganz selten weg. "Uns zieht es meistens nach Erlangen. Zum einen, weil die Auswahl an Bars dort größer ist, zum anderen weil die Lokale dort mehr auf die jugendlichen Gäste abgestimmt sind." Und: "In Herzogenaurach fehlt einfach ein Treffpunkt für die Jugend auf Kneipenbasis." Dieser Meinung schlossen sich weitere befragte Jugendliche an.

Vielleicht ändert sich ja schon bald etwas. Denn am kommenden Samstag eröffnet das Bistro Kreisl mit einem neuen Pächter. Man wird sehen, ob sich die Jugend dort heimisch fühlen und ob das Konzept des Gastronomen angenommen wird .

Und im ehemaligen Downtown in der Kellergasse zieht im Mai auch wieder neues Leben ein. Am Dienstag präsentiert der Hausbesitzer Heinrich Dollinger einen neuen Pächter (Bericht folgt).