Mit Peter Bock hat die Freiwillige Feuerwehr Heßdorf zwar einen neuen Kommandanten, ein Stellvertreter ließ sich trotz der Bitten und Appelle des Bürgermeisters Horst Rehder (BB) und des Kreisbrandrates Harald Schattan allerdings nicht finden.
Der bisherige Kommandant Christian Bühler zieht nach Baiersdorf, deswegen galt es, eine neue Feuerwehrführung zu wählen. Zuvor verabschiedeten der Bürgermeister und der Feuerwehrvorsitzende Bernhard Dufke Christian Bühler im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses und dankten ihm für seinen Dienst in Heßdorf. "Über den Wegzug von Christian Bühler bin ich nicht erfreut, wir hatten eine aufrichtige und ehrliche Zusammenarbeit", erklärte der Bürgermeister. So habe der Kommandant auch immer mit den Ortsteilwehren den Schulterschluss gesucht und in den drei Jahren seiner Tätigkeit einiges bewegt. Auch Christian Bühler bestätigte die angenehme Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Feuerwehrverein.
Von den 35 aktiven Feuerwehrleuten kamen 28 ins Feuerwehrgerätehaus, um eine neue Führung zu wählen. Für Peter Bock entschieden sich 23 Feuerwehrleute. Dabei war es im Vorfeld zu Irritationen gekommen. "Ich bin heute mit einer Hochspannung hierher gekommen", erklärte der Bürgermeister. Schließlich gab es einen Tag vor der Dienstversammlung einen anonymen Brief, der an das Landratsamt, an die Gemeinde und an die Presse ging.
Der Briefschreiber sah bei der Ladung zur Dienstversammlung einen Verstoß gegen das Feuerwehrgesetz (BayFwG) und machte darauf aufmerksam, dass die Wahl der Kommandanten nicht gültig sei. Es seien nicht alle Aktiven rechtmäßig geladen worden, erklärte der anonyme Schreiber in seinem Brief, der mit Feuerwehr Heßdorf unterzeichnet war.
Das anonyme Schreiben sorgte bei Bürgermeister Rehder für Verärgerung. "Ich glaube nicht, dass wir falsch gehandelt haben, die Verwaltung hat nach einer vorgelegten Liste eingeladen", erklärte er. Der Bürgermeister vermisste beim Schreiber die Fairness, schließlich wussten spätestens seit der Jahresversammlung alle vom Ausscheiden des Kommandanten und auch von der Dienstversammlung, die zudem im Amtsblatt veröffentlicht wurde.

Briefschreiber bleibt anonym

Rehder hatte gehofft, dass sich der Briefschreiber bei der Versammlung zu erkennen gibt und seine Gründe vorbringt. Das geschah aber nicht und so lag eine gewisse Anspannung über der Versammlung.
Bühler sprang dem Bürgermeister zu Seite. So habe er bei seinem Amtsantritt keine Liste der aktiven Mannschaft vorgefunden und vor drei Jahren im Gerätehaus eine Liste aufgelegt. Wer sich mindestens einmal eingetragen hat, den zählte Bühler zu den Aktiven. Deshalb forderte Kreisbrandrat Harald Schattan, der an der Versammlung teilnahm, diese Liste zu bereinigen und diejenigen zu löschen, die nicht an den Übungen teilnehmen. Sowohl Schattan als auch Rehder hatten gehofft, dass die früheren Querelen bei der Heßdorfer Feuerwehr vorbei seien. Deshalb appellierten beide an die versammelte Mannschaft, einen Strich zu ziehen und den gewählten Peter Bock zu unterstützen.
Die eindringlichen Worte von Schattan und Rehder verfehlten allerdings bei der Wahl des Zweiten Kommandanten ihre Wirkung. Alle vorgeschlagenen Kandidaten lehnten ab und so muss innerhalb von vier Wochen erneut eine Dienstversammlung einberufen werden. "Ich bin sicher, dass wir einen Kandidaten oder Kandidatin finden", gab sich der Bürgermeister überzeugt, der auch zusicherte, dass die Feuerwehr jederzeit mit der Gemeinde rechnen kann.
"Ich dachte, es läuft bei euch wieder. Ich bin jetzt schon etwas enttäuscht", sagte der Kreisbrandrat zu den Heßdorfer Feuerwehrleuten. Dem Vorschlag, anstelle eines Zweiten Kommandanten zwei Stellvertreter zu wählen, erteilte er eine Absage. "Das gibt es nur einmal in Bayern, nämlich in Baiersdorf und das ist eine absolute Ausnahme auf Betreiben des Innenmisters", erklärte Schattan.