57 Bauarbeiter marschierten am Samstagnachmittag durch Adelsdorf. Zumindest auf den ersten Blick. Die gelben Helme und der Bagger, der durch die Straßen rollte, lassen den Anschein erwecken, hier handle es sich tatsächlich um Bauarbeiter. Doch die Kerwasburschen wurden auch heuer wieder kreativ.

Während sie letztes Jahr gegen die Überfüllung der Schulbusse demonstrierten, haben sie sich dieses Jahr das SeeSide-Projekt vorgenommen. Laut Paul Zöbelein, der die Kerwasburschen leitet, ziehe der Bau des Wohngebietes am Ortsrand große Kreise im Dorf.

Viele Menschen würden dem positiv gegenüberstehen, auf der anderen Seite stünden aber auch Bürger, die SeeSide kritisch betrachten. So oder so ist das Projekt ein großes Thema, weshalb die Kerwasburschen es in ihr Programm aufgenommen haben.

Das begann für die Burschen schon am Mittwoch. Denn den Festbetrieb organisieren sie in Eigenregie. So wird erst das Bierzelt aufgebaut, bevor man dann den Abend in einem Lokal in Adelsdorf ausklingen lässt. Auch das traditionelle Kerwassingen darf dabei am Donnerstag nicht fehlen, bevor ab Freitag dann der Festbetrieb startete.

Von Bürgermeister Karsten Fischkal (JL) wurde die Kerwa am Freitag eröffnet. Mit nur einem Schlag zapfte er das Fass an, bevor anschließend eine Band im Zelt für Stimmung sorgte.

Am Samstag ging es für die 57 Kerwasburschen dann mit dem Baumaufstellen weiter. Schon früh morgens machten sie sich auf in den Wald, um einen geeigneten Baum zu fällen. Dabei halfen heuer acht Burschen mehr als noch letztes Jahr.


Probejahr für neue Ortsburschen

Laut Zöbelein habe man viel und aktiv Werbung im Freundeskreis gemacht, um die Anzahl an Burschen weiter zu erhöhen. Den Neuen steht nun ein Probejahr bevor. "Es ist wichtig, wie sie an den Veranstaltungen teilnehmen", erklärt Zöbelein.

Für die Burschen gab es am Samstag noch im Wald Schäufele. Die Alt-Kerwasburschen fahren extra Bierbänke und das Essen in den Wald, um die jetzigen Kerwasburschen noch einmal vor dem Baumaufstellen zu stärken. "Das ist richtig traditionell und richtig schön", sagt Zöbelein. So wird nicht etwa mit Messer und Gabel, sondern mit Taschenmessern gegessen.

Das Wetter dafür war an diesem Wochenende jedenfalls perfekt. Bei sommerlichen Temperaturen schwitzten die Burschen beim Baumaufstellen. Doch das war nicht immer so. Laut Fischkal seien auch schon Jahre dabei gewesen, in denen es sogar geschneit habe.

Deswegen habe man überlegt, die Kerwa zu verschieben. Das kam aber schnell wieder vom Tisch, da man die Tradition im Oktober bewahren wollte. Dass der Baum auf dem Marktplatz steht, ist erst seit ein paar Jahren so. "Ein Baum gehört in den Ort", erklärt Fischkal. Insgesamt sehe er die Entwicklung der Kirchweih sehr positiv.

Wie sich Adelsdorf insgesamt weiterentwickelt und wie die Kerwasburschen mit ihren lustigen Anspielungen darauf reagieren, kann man wieder nächstes Jahr im Oktober sehen.