Markus Ortner hat sich entschieden. "Ich mach' das nun seit vier Jahren. Sechs oder sieben Tage die Woche. Und kein Urlaub." Das ist ihm schlicht zu viel geworden. Der Geschäftsmann gibt seinen Laden mit dem Namen "Geschenke Welt" in der östlichen Hauptstraße, am Eingang der Fußgängerzone, auf. "Am 7. Juni ist definitiv Schluss", sagt er.

Für den 45-Jährigen steht fest, dass er künftig "etwas ganz anderes machen möchte". Er habe sich für eine Fünf-Tage-Woche entschieden, sagt er. Denn um einen Mitarbeiter einzustellen, sei das Geschäft zu wenig gewesen. Aber für einen allein sei die Aufgabe schlicht zu zeitintensiv.

Insgesamt habe er seit acht bis zehn Jahren als selbstständiger Geschäftsmann gearbeitet. Und insgesamt seien es da nur drei Wochen Urlaub gewesen, meint er. "Das ist zu wenig."

Eine Stadt für Senioren

Zwei Kundinnen, die gestern den Ausverkauf nutzten, finden das schade. Wieder ein Laden weniger, so die Aussage der einen Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte. Zumal sie als Einheimische noch kritisiert: "In Herzogenaurach ist halt nicht viel geboten." Und: "Schade um die Leute, die sich so bemühen."

Eine andere Einkäuferin, Mutter von fünf Kindern, wird noch deutlicher. "Die Stadt ist etwas für Senioren", sagt sie. Die Frau wünscht sich mehr Leben in der Innenstadt, für Familien mit Kindern. Und: "Am Sonntag ist tote Hose." Man finde Apotheker und Metzger, aber generell sei die Innenstadt eher langweilig, lautet ihre, doch ziemlich deutliche Kritik.

Ob schon ein Nachmieter gefunden worden ist, vermochte Ortner nicht zu sagen. Wenn, dann "vermutlich wieder ein Optiker", merkte er angesichts der in der Innenstadt durchaus mehrfach vertretenen Geschäfte etwas sarkastisch an.