Im Eilschritt laufen dieKindergartengruppen - schön in Zweierreihen und Hand in Hand - mit ihren Betreuerinnen in den weitläufigen Garten hinter der Kindertagesstätte St. Magdalena. Von Ferne hört man ein Martinshorn. Da biegt auch schon ein rotes Feuerwehrauto um die Ecke in der schmalen Quergasse.

Es fährt m Eiltempo in den Hof und acht Männer in Uniformen und Helmen, ja sogar schon mit Atemschutzmasken vor dem Gesicht springen heraus.

Doch keines der Kinder ängstigt sich oder fängt gar zu weinen an. Durch die Themenwoche zur Feuerwehr waren sie schon ein bisschen darauf vorbereitet. Aber dass die Rothelme tatsächlich anrücken würden, das wusste keiner. Möglich gemacht haben die realistische Übung die Kameraden von Andreas Neukirch, die sich für diese besondere Übung sogar extra freinahmen.

Die Tochter des Gruppenführers der Haundorfer Wehr besucht den Kindergarten. Da war es dem Vater ein großes Anliegen, Tagesstättenleiterin Annette Blum bei Brandschutzübungenzu unterstützen.

Kenntnisse auffrischen

Sie ist davon überzeugt, dass die Pflichtaufgabe Brandschutz und Rettungsübungen sehr ernst genommen werden muss, auch wenn das mit Mühen verbunden sein kann. "Wir besuchen alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs, um unserer Kenntnisse aufzufrischen. Ein Training mit dem Feuerlöscher wäre auch gut", meint Blum. Auf der Seite der Kinder kommt für sie noch dazu, dass ein Brand und die ganze Geschäftigkeit eines Feuerwehreinsatzes für Kinder angsteinflößend ist.

Das kann man leicht nachvollziehen, wenn die Männer mit schnellem Schritt die Schläuche ausrollen und sich mit dem Strahlrohr positionieren. Zurufe und Kommandos gellen über die Wiese. Neu ist es für di e Magdalena-Kinder nicht, auch wenn es die meisten zum ersten Mal sehen.

Notrufnummer 112

Denn eine ganze Woche lang war die Feuerwehr ihr Thema. Neukirch kam jeden Tag vorbei und griff in Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen jedesmal etwas Anderes heraus, was bei einem Brandfall wichtig ist oder passiert. Un d dazu gehörte auch für die Kleinen der Anruf unter der Nummer 112.

Fleißig hatten sie geübt, wie man die fünf W-Fragen der Rettungsleitstelle beantworten muss. Neukirch war mit ihnen sehr zufrieden. Und mit den Betreuerinnen. Für sie hatte auch der Kommandant Christian Nagel lobende Worte für ihre Umsicht beim Verlassen des Gebäudes.

Außer Sichtweite der Kinder ging die Übung für die neun Wehrmänner weiter: Zwei Atemschutzträger kämpften sich in Bodenhöhe durch das ihnen unbekannte, eindeutig - durch eine Nebelmaschine - verqualmte Haus, um di eFeuerquelle und eventuell verletzte Personen zu finden .