Sie waren über Jahre hinweg ein weithin sichtbares Wahrzeichen Höchstadts, die stählernen Windfahnen des 2011 verstorbenen Künstlers Roland Lindenmann. Nach Jahren der Vakanz kehren sie jetzt zurück an ihren alten Standort.

Bürgermeister Bernd Bergmann (CSU) hatte dem heimischen Künstler erlaubt, die Windfahnen, die er ursprünglich für eine Kunstausstellung im Schloss Weissenstein in Pommersfelden geschaffen hatte, in den Aischgrund zu setzen. In Gelb und Schwarz leuchteten sie hier bis ins Jahr 2003. Gerade im Jahr des 1000-jährigen Bestehens der Stadt Höchstadt mussten Bauhofmitarbeiter die zwölf Windfahnen aus Sicherheitsgründen abbauen.


Eingerostet

Die knapp über den Fundamenten eingebauten Lager waren durch die regelmäßigen Überflutungen des Aischtals im Laufe der Zeit eingerostet und versandet. Die sich nicht mehr im Wind ausrichtenden Köpfe bildeten eine zu große Angriffsfläche und hielten der Belastung nicht mehr stand.

Elf Jahre später, Anfang 2014, nahm sich die "Initiative Roland Lindenmann" vor, den Windfahnen wieder Leben einzuhauchen. Sprecher Eberhard Ranger und einige weitere Lindenmann-Freunde wollen das Gesamtwerk des Höchstadter Künstlers nicht in Vergessenheit geraten lassen.

So fiel die Entscheidung, die Windfahnen wieder aufzustellen. Sie mussten allerdings von Grund auf saniert und technisch etwas umgerüstet werden, um gegen Wind und Hochwasser besser zu bestehen.

Es hat zwar etwas länger gedauert als anfangs geplant, doch am Montag schraubten der Greuther Schmied Thomas Bochtler und sein Mitarbeiter Hubert Dorsch die beiden kleinsten der zwölf Fahnen wieder in ihren alten Fundamenten fest. Um die größeren Fahnen zu installieren, wird in den nächsten Tagen ein Kranwagen anrücken.

Damit sie sich dauerhaft drehen, baute die Firma Greuther Schmied von der Höchstadter Lehrwerkstatt der Firma Schaeffler extra gefertigte neue Lager unterhalb der Köpfe ein. Die Firma Wiegel sponserte die Aktion, indem sie die Fahnen sandstrahlte, verzinkte und pulverbeschichtete.

"Jetzt halten die Windfahnen einem Hochwasser bis zu 1,50 Meter stand", versicherte Thomas Bochtler. Er sieht in dem Windfahnen-Projekt auch einmal eine Möglichkeit, Handwerkskunst weithin sichtbar zu machen.