Ein weiterer Teilabschnitt der als "Todesstrecke" bekannt gewordenen Bundesstraße 505 ist entschärft und damit die Verkehrssicherheit wesentlich verbessert worden. Planmäßig konnte Anfang Dezember auf einem 2,3 Kilometer langen Abschnitt nördlich der Anschlussstelle Pommersfelden die Baumaßnahme beendet und ein dritter Fahrstreifen für den Verkehr freigegeben werden.
Rund drei Millionen flossen in dieses Teilstück. Den Kraftfahrern steht damit ein weiterer Abschnitt zur Verfügung, der im Richtungswechsel auf einer Länge von jeweils gut einem Kilometer ein gefahrloses Überholen ermöglicht.
Ein erstes Teilstück zwischen Pettstadt und Hirschaid wurde bereits 2010 mit einer Überholspur ausgebaut. Jetzt steht noch ein weiterer dritter, 2,5 Kilometer langer Abschnitt auf Höhe der Ortschaft Zentbechhofen bevor. Dafür soll 2013 die Entwurfsplanung erstellt und 2014 Baurecht geschaffen werden, erklärte Bauoberrat Michael Raab vom Staatlichen Bauamt Bamberg. Sofern im Staatshaushalt Mittel zur Verfügung stehen, könne - frühestens 2015 - die Realisierung dieses dritten und letzten Teilstücks der insgesamt 7,5 Kilometer langen Ausbaustrecke angegangen werden.
"Unfallfreie Fahrt" wünschte Michael Raab bei der offiziellen Freigabe allen Kraftfahrern. Im Gegensatz zum feierlichen ersten Spatenstich am 5. Mai dieses Jahres fand die Verkehrsfreigabe nur im kleinen Kreis mit der Polizei aus Bamberg und Höchstadt, den Bürgermeistern, Landrat und Mitarbeitern des Staatlichen Bauamts Bamberg statt.

Wichtige Verkehrsachse
Die Fertigstellung nach nur sechseinhalb Monaten Bauzeit bezeichnete Raab als eine "tolle Leistung". Hoch zufrieden zeigten sich auch die Kommunalpolitiker: Jedes Menschenleben, das nicht zu Schaden komme, rechtfertige den Ausbau, betonte stellvertretender Landrat Georg Bogensperger (CSU). Für Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) ist es von Bedeutung, "dass der Raum Höchstadt komfortabel angebunden ist". Und Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) aus Pommersfelden erhofft sich von dem neuen dreispurigen Abschnitt, "dass dadurch eine Verbesserung der Situation eintritt und der Ausbau des dritten Bauabschnittes bald folgt".
Eine deutliche Verbesserung ist nach den Worten von Peter Krauß von der Polizeiinspektion Bamberg Land durch den Ausbau bereits eingetreten. Auf den dreispurigen Strecken wusste Krauß von keinen Unfällen mehr zu berichten. Die noch nicht ausgebauten Strecken wären allerdings immer noch unfallträchtig.
Die Bundesstraße 505 ist eine wichtige Verkehrsachse. Sie verbindet die Autobahnen A 73 und A 3 und damit den Raum Bamberg mit den Städten Würzburg und Nürnberg. Gleichzeitig dient sie auch als Ausweichstrecke für die Nord-Süd gerichtete und im Raum Erlangen-Forchheim hoch belastete Bundesautobahn A 73.
Im Jahr 2010 lag die Verkehrsbelastung zwischen Pommersfelden und Hirschaid bei rund 7000 Fahrzeugen täglich. Mit etwa 20 Prozent liegt der Lkw-Anteil auf dieser Strecke weit über der durchschnittlichen Lkw-Belastung auf Bundesstraßen in Bayern. Nach den Prognosen werde sich das Verkehrsaufkommen, insbesondere der Lkw-Verkehr, aber noch deutlich erhöhen, informierte Raab. Ursprünglich als Autobahn geplant, dann aber nur als "einfache" Straße mit zwei Fahrstreifen gebaut, habe die B 505 im größten Teil der Strecke keine Überholsichtweiten. Hinter den Lkws würden sich regelmäßig lange Fahrzeugschlangen bilden, was Autofahrer zu riskanten Überholmanövern verleite. Häufig seien Unfälle mit Schwerverletzten und Toten die Folge. Da andere Maßnahmen wie Überholverbote oder Geschwindigkeitskontrollen nicht fruchteten, war es aus Sicht der Verkehrsexperten dringend notwendig, die Bundesstraße zwischen der Autobahn A 73 bei Bamberg und der Autobahn A 3 (Würzburg-Nürnberg) um eine Überholspur zu ergänzen.