Der Neubau der Kindertagesstätte "Herzo Base II" neben dem Hotel Novina kommt gut voran. Nachdem Mitte Mai der Spatenstich erfolgte, steht nun schon fast der Rohbau. Er soll laut Architekt Ulrich Wiese vom Fürther Büro Dürschinger Architekten in Kürze fertig sein.

Bei einem Baustellentermin ließen sich Bürgermeister German Hacker und die evangelische Pfarrerin Nina-Dorothee Mützlitz sowie die künftige Kita-Leiterin Doreen Westphal vom Architekten und Harald Falkner vom Sachgebiet Gebäudewirtschaft den Baufortschritt erläutern. "Wenn das Haus auf der Herzo Base bezugsfertig ist, sollen dort vier Krippengruppen (jeweils 12 Kinder) und drei Kindergartengruppen (jeweils 25 Kinder) Platz haben", erklärte die Pfarrerin.

"Wir werden pünktlich mit gepackten Rucksäcken vor der Türe stehen", meinte Doreen Westphal schmunzelnd, nachdem der Architekt den Einzugstermin für 15. August 2018 ankündigte. Bis die Krippen- und Kindergartenkinder aber einziehen können, ist noch einiges zu tun: In etwa einer Woche werden die Deckenteile geliefert und nach dem Einbau der Fenster, wird mit dem Innenausbau begonnen. "Wenn wir überlegen, dass im Mai noch der Kampfmitteldienst auf dem Gelände war, ging es doch ziemlich flott voran", erklärte Architekt Ulrich Wiese.

Das gesamte Gebiet gehörte früher zum Kasernengelände der US-Armee. Auf dem jetzigen Grundstück wurde Munition gefunden, allerdings nur Bleikügelchen, denn an der Stelle befand sich einmal der Tontaubenschießstand der Armee. Wie der Architekt erzählte, kann die Bleimunition natürlich nicht im Boden bleiben, es wurde tiefer gebaggert und der Aushub entsorgt.

Die Kita Herzo Base II mit einer Nutzfläche von über 2000 Quadratmetern unter der Trägerschaft der evangelischen. Kirche Herzogenaurach ist in provisorischen Räumen an der Beethovenstraße untergebracht und alle fiebern natürlich dem Neubau entgegen.

Wie bereits berichtet, wird es ein außergewöhnlicher Bau, mit einer Rampe vom Dach bis in die großzügige Außenanlage. "Auf einem Grundstück dieser Größe bringt man auch leicht auch eine Grundschule samt Pausenhof unter", meinte der Bürgermeister. Das rund 7000 Quadratmeter große Grundstück, das viel Natur erhalten soll, wird eingegrenzt vom Hotel und der Firma Adidas sowie vom fast fertigen Olympiaring.


Zufahrt über Olympiaring

Wie Harald Falkner erläuterte, wird die jetzige Straße (Baustellenzufahrt der Firma Adidas) entlang des Bauzaunes wieder zurückgebaut und später Parkplätze eingerichtet. Die Kita mit viel Platz für die Kinder und Mitarbeiter erhält eine eigene Zufahrt über den Olympiaring und hat ausreichend Abstand zu den benachbarten Grundstücken.


Möglichkeit zum Backen

Der Architekt kam geradezu ins Schwärmen, als er die Räume und die Außenfläche von mehr als 3000 Quadratmeter erläuterte. So werden die Kinder bei ihrem Einzug helle und individuell eingerichtete Räume sowie großzügige Gruppenräume vorfinden. In der Küche (Aufwärmküche), die von einem Caterer beliefert wird, können auch die Kinder mit Hand anlegen, nämlich beim Backen. Eine Küche in der selbst gekocht wird, hätte nicht nur zu erheblichen Mehrkosten geführt, sondern es wären auch mehrere Kühl- und Waschräume notwendig geworden, erläuterte der Architekt.

Dabei trauerte er etwas den früheren Zeiten nach. So müssen die Lebensmittel je nach Art, getrennt gelagert und zubereitet werden und selbst Essensreste benötigen noch einen extra Kühlraum. "Die Auflagen und Vorschriften machen uns immer mehr Kopfzerbrechen", meinte der Architekt. Mit dem Bau sei man eigentlich noch im Zeitplan und die etwa zweiwöchige Verzögerung falle nicht ins Gewicht und ist wieder aufzuholen, meinten Wiese und Falkner. Dass es bei den geschätzten Kosten von rund 5,1 Millionen Euro zu einer leichten Teuerung kommt, mochte der Architekt nicht ausschließen, schließlich laufen derzeit die letzten Ausschreibungen. "Wir werden aber im einstelligen und niederen zweistelligen Bereich bleiben", ist sich der Architekt sicher.