Die Ausstellung "Man hat sei Sach beinander ghabt" beschäftigt sich damit, wie es in Haushalt, Handwerk und Landwirtschaft in der Zeit um 1900 bei uns bestellt war. Damals lebten die Menschen eher genügsam, fleißig und sparsam. Ordnung und Sauberkeit waren ihnen wichtig, sie waren gar lebensnotwendig.


Besitz war kostbar

Mit allem, was sie besaßen, gingen die Leute sorgfältig und sparsam um. Sie schätzten ihren Besitz und pflegten ihn. Alles sollte lange halten - möglichst ein Leben lang.
Ein besonderer Aussteuerschrank mit Wäsche zeigt, wie gut die Braut oder die Frau des Hauses ausgestattet war. Manches davon wurde nicht einmal benutzt. Jedes einzelne Wäschestück war mit gestickten Anfangsbuchstaben gekennzeichnet.
Die Werktagskleidung wurde viele Jahre genutzt und wenn nötig ausgebessert. Löcher in Hose und Frack wurden mit Flicken gestopft, Strümpfe neu angestrickt, Schuhe mit Gamaschen gegen den Straßenschmutz geschützt.


Vornehmes Festtagsgewand

Von der Kleidung der Werktage hat sich der sogenannte Sonntagsstaat unterschieden. Das Festtagsgewand war in vornehmem Schwarz gehalten, bei den Frauen waren Rock und Oberteil oft mit Rüschen versehen. Der Herr trug einen Frack mit Schößen und einen Hut, an der Weste war die Sonntagsuhr mit einer Kette angehängt.
Familienbilder aus der Zeit um 1900 zeigen die Kleidung und das Umfeld der Menschen. Die Kleinkinder wurden im sogenannten Wickelkissen sicher umsorgt. Einen kleinen Einblick gewährt, wie die Kleidung früher gewaschen wurde.


Klare Rollenbilder

Tiefe Gläubigkeit prägte außerdem das Leben und half den Menschen auch harte Schicksalsschläge zu ertragen. Haussegen und die sogenannten Schlafzimmerbilder sind ein Zeugnis davon. Man wollte sich nichts zuschulden kommen lassen.
Extra für den Sonntag gab es ein schönes Kaffeeservice, mit dem auch Gäste bei Familienfeiern bewirtet wurden.

Die Gebrauchsgegenstände der Werktage konnten dagegen durch Reparaturen lange benutzt werden. Die kleinen Mädchen sollten anhand einer Puppenküche das Haushalten als erwachsene Frau lernen. Die Jungen gingen in einem agrarisch strukturierten Ort wie Frauenaurach mit den Erwachsenen zur Feldarbeit und beaufsichtigten die Haustiere.

Dieses frühere Leben haben sich die Macher in der Sommerausstellung zum Thema gemacht. Vor allem Exponate, die den Alltag besonders dokumentieren können, haben die Aussteller aus dem Depot hervorgeholt. Mit Achtung und Respekt für die Menschen, die früher hier lebten, zeigen und dokumentieren sie, wie anders das Leben damals war.



Öffnungszeiten und Informationen


Öffnungszeiten: Das Museum ist an jedem ersten Sonntag im Monat jeweils 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Tag des offenen Denkmals, 9. September, von 11 bis 17 Uhr. Zur Frauenauracher Kirchweih am 23. September von 14 bis 17 Uhr. Oder nach telefonischer Vereinbarung. Die Ausstellung schließt am 7. Oktober 2018.

Wo: Frauenaurach, Museum im Amtshausschüpfla, Brauhofgasse 2b

Kontakt: Tel: 0175/3526573, E-Mail: Museum@hgv-erlangen.de, Internet: www.museum-schuepfla.de