Das Personalrad dreht sich, die Kontinuität soll aber bleiben. Das ist der große Wunsch von Markus Beck. Der Personalleiter des Caritasverbandes Erlangen sollte bei der Begrüßung der neuen Leiterin der Herzogenauracher Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle eigentlich nur eine Nebenrolle spielen. Letztlich rückte er jedoch gemeinsam mit Simone Steiner ins Rampenlicht der Veranstaltung.

Sogar Landrat Eberhard Irlinger und Caritas-Geschäftsführer Johann Brandt waren in die Herzogenauracher Beratungsstelle gekommen, um die frischgebackene Leiterin, Simone Steiner, in ihrem neuen Amt zu begrüßen. Diese trat am Sonntag offiziell die Nachfolge von Heribert Schneider an, der nach 33 Jahren als Beratungsstellenleiter in den Ruhestand getreten war.


Jedes Gefühl ist erlaubt


Für die 46-jährige Heilpädagogin aus Burghausen ist das Engagement in der Anna-Herrmann-Straße eine neue Herausforderung: "Es gibt dieses Sprichwort: Jedes Gefühl ist erlaubt, aber nicht jedes Verhalten. Und genau das muss gerade den Kindern vermittelt werden." Denn besonders die Arbeit mit dem Nachwuchs ist ein Spezialgebiet von Steiner. So sammelte sie nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin in Kindertagesstätten und in der Frühförderung über Jahre hinweg wichtige Erfahrungen, die sie auch noch durch eine weitere Ausbildung und einem Studium der Heilpädagogik stützte.

Anschließend war die neue Leiterin der Herzogenauracher Beratungsstelle als stellvertretende Schulleiterin der Fachakademie für Heilpädagogik in Rummelsberg tätig. "Der Liebe wegen" ist Simone Steiner dann jedoch nach Mittelfranken gekommen. Ein Schritt, der auch Caritas-Geschäftsführer Johann Brandt entgegenkam. Denn für ihn ist die Pädagogin aus Oberbayern die absolute Idealbesetzung für den Posten in Herzogenaurach: "Für uns war klar: Wenn Frau Steiner uns zusagt, dann nehmen wir sie auch."


Emotionale Kompetenz schulen


Bei ihrer offiziellen Vorstellung als Nachfolgerin von Heribert Schneider sprach Steiner gleich zwei bedeutsame Themen ihrer Arbeit an. So möchte sie unter anderem den Fokus auf die Kinder psychisch kranker Eltern legen und auch die emotionale Kompetenz der Betroffenen schulen: "Für mich ist der Umgang mit Gefühlen eine absolute Schlüsselkompetenz." Ziel ihrer Tätigkeit sei es außerdem, das innere Glück der Familien aus dem Landkreis zu erhöhen.

Ein weiteres Ziel formulierte auch Landrat Irlinger bei seinem Besuch. Dieser habe sich in der Vergangenheit intensiv für eine Beratungsstelle in Herzogenaurach eingesetzt und ist bislang mit jener auch sehr zufrieden: "Die Zusammenarbeit und der Austausch mit dem Landkreis sind mir besonders wichtig. Das hat bisher ganz gut funktioniert und daher wünsche ich mir das auch in Zukunft von Frau Steiner." Schließlich investiere der Landkreis rund 400 000 Euro jährlich und finanziert mithilfe von Staatszuschüssen 90 Prozent der Caritasarbeit.


Am Standort festhalten


Einen weiteren Führungswechsel wird es am Ende des Jahres innerhalb des Caritasverbandes geben. So gab Johann Brandt gestern bekannt, zum Jahreswechsel aufzuhören und bis dahin seinen Nachfolger, Markus Beck, in das Aufgabenfeld der Geschäftsführung einzuarbeiten. Die Gründe für seinen Rücktritt wollte Brandt, der seit etwa drei Jahrzehnten für den Verband aktiv ist, noch nicht bekannt geben. Der derzeitige Personalchef Beck möchte an die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers nahtlos anknüpfen. Dabei setzt er weiterhin auf den Standort Herzogenaurach: "Hier wird gute Arbeit geleistet und daher sind momentan auch keine weiteren personellen Veränderungen geplant. Ich hoffe, dass auch mit der neuen Leiterin die Kontinuität bestehen bleibt."