Bilanz gezogen wurde in der Adelsdorfer Gemeinderatssitzung am Mittwochabend bezüglich der Rattenbekämpfung, bei der die Gemeinde seit November vergangenen Jahres neue Wege geht. Statt wie bisher üblich auf Giftköder zu setzen, die nicht nur einen langen, qualvollen Tod für die Tiere bedeuten, sondern auch nicht gerade unbedenklich sind im Bezug auf den menschlichen Nahrungskreislauf, setzt man in Adelsdorf auf neueste Technik.

Anschaulich schilderte Hans Schockel, der Betriebsleiter Wasser/Abwasser, die Entwicklung des schwedischen Konzerns "Anticimex" names "Smart Pipe". Dabei handelt es sich um eine Art Bolzenschussgerät, das direkt in der Schachtsohle angebracht wird und mithilfe von Bewegungs- und Wärmesensoren die herumflitzende Ratte erkennt. Kunststoffstäbe schießen heraus und töten den Nager im Bruchteil einer Sekunde.

190 Treffer in sechs Wochen

"Anticimex" richtet sich bei der Positionierung der Geräte jedoch nicht, wie man annehmen sollte, nach den Kanalplänen, sondern nach Google Maps. Was sich bereits ausgezahlt hat, da Ratten sich nicht an Pläne halten, sondern ihre Konzentration nach Futterplätzen und dem Zugang zu Frischwasser ausrichten. Während der sechswöchigen Testphase in der Mecklenburger Straße konnte so 60 Nagern der Garaus gemacht werden, in der Ringstraße waren es gar 130 Ratten, die nun nicht mehr den Kanal bevölkern.

Aufgrund des durchweg positiven Ergebnisses entschied sich die Gemeinde, vier dieser "Smart Pipes" für die Dauer von vier Jahren anzumieten, um so der Ratten in der Kanalisation Herr zu werden. In den Kosten von 6500 Euro pro Jahr sind außer der Instandhaltung auch jährlich vier Kontrollen bezüglich der Akkulaufzeit und Kalibrierung der Geräte enthalten.