In der Zeit vor Heiligabend herrscht Hochbetrieb in der Bäckerei Kreuzer in Hauptendorf. Die handgemachten Lebkuchen sind sehr begehrt. Bäckermeister Heinz Kreuzer hat alle Hände voll zu tun, um die Kundenwünsche zu erfüllen.
Von den Bäckern werden die Lebkuchen zu den Dauerbackwaren gezählt, sie wurden auch als Lebzelten oder Gewürz-, Honig- und Pfefferkuchen bezeichnet. Bekannt für deren Herstellung ist in unserer Region natürlich Nürnberg.
Oblatenlebkuchen werden aus stark zerkleinerten Mandeln, Hasel- oder Walnüssen, aber wenig Mehl oder Stärke hergestellt. Je geringer der Mehlanteil ist, desto hochwertiger ist der Lebkuchen, die Krönung ist der Elisenlebkuchen. Außerdem wird nur wenig Wasser, Milch und Fett zugesetzt. Zum Süßen wird traditionell viel Honig verwendet. Lebkuchengewürze sind Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Macis, Muskat, Nelken, Piment und Zimt. Wobei jeder Lebküchner sein eigenes Rezept hat, das natürlich streng gehütet wird.
Im Rezept von Heinz Kreuzer sind Mandeln und Nüsse, Zucker, Marzipan, Honig, (Aprikosen-)Marmelade, Zitronat, Orangeat, Eiweiß, außerdem Gewürze wie Zimt, Nelken, Kardamom und Pfeffer enthalten. Zum Backen ist noch Hirschhornsalz als Backtriebmittel im Backofen nötig. Das Rezept stammt noch von seinem Vater und unterscheidet sich nur in kleinen Nuancen von dem seiner langjährigen Arbeitsstelle bei Bäcker Franz Josef Lang.
Der Vorteil bei diesem Rezept ist, dass die Masse nach dem Vermengen gleich auf Oblaten gestrichen und am nächsten Tag gebacken werden kann. Die Bestandteile haben allerdings ihren Preis: Zehn Kilogramm Nüsse schlagen mit 70 Euro zu Buche, die Mandeln sind sogar noch etwas teurer.
Zu Beginn wird das Eiweiß mit Zucker schaumig gerührt und allmählich werden die weiteren Bestandteile untergehoben. Aus einem verrührten Quantum können rund 200 Lebkuchen hergestellt werden. Die Masse wird von Kreuzer portioniert und auf die Oblaten platziert. Mit wenigen Handgriffen hat er sie gleichmäßig auf der Oblate verteilt und den Lebkuchen auf dem Backblech deponiert.
Danach backen sie 20 Minuten im Ofen. Die eher niedrige Temperatur bedingt diese Backzeit. "Das Gebäck muss richtig ausbacken", ist Kreuzer der Überzeugung. Bei den modernen Öfen geht dies schneller, aber darin "wird das Backgut nur getrocknet und gebräunt", ist Kreuzer der Überzeugung.


Holz aus heimischen Wäldern

Er setzt lieber auf seinen Ofen von Vinzenz Lehrieder aus Fürth, der 1923 eingebaut wurde und auch heute noch seinen Dienst versieht. Befeuert wird er mit Holz aus den Wäldern der Waldcorporation Herzogenaurach-Welkenbach und Kohle.
Sind die Lebkuchen gebacken, werden sie mit Zuckerglasur oder mit Schokoladenglasur noch verfeinert, es gibt aber auch Liebhaber der Natur-Variante, also purer Lebkuchen-Geschmack. In einem Päckchen, das über den Ladentisch geht, finden sich alle drei Möglichkeiten vereint. Aber: "Schokolade ist der Renner", weiß Heinz Kreuzer. Für die Schokoladenglasur verwendet Kreuzer richtige Kuvertüre, die auch nicht gerade günstig ist.
Dass es bei Kreuzer in Hauptendorf gute Lebkuchen gibt, hat sich herumgesprochen, viele Kunden holen sich dort ihre Lebkuchen ab, einige werden sogar per Post ins Ausland versandt - Qualitätsarbeit eben. Beim "Blindverkosten" hatten seine Lebkuchen mit weiteren Exemplaren aus Nürnberg, der Lebkuchen-Hochburg, sogar den zweiten Platz erreicht, darauf ist er ganz besonders stolz.