Als am gestrigen Montag Mitarbeiter von Schaeffler in der Mittagspause in die Innenstadt spazierten, galten nicht wenige Blicke der Baustelle an der Bahnhofstraße. "Das ging aber schnell", wurde kommentiert und gemeint war der Abbruch des alten Wohnhauses, das da einsam an der breiten Straße stand - gleichsam wie eine Insel vor den stattlichen Industriegebäuden.

Das "Noppenberger-Haus", wie das Gebäude unter den älteren Herzogenaurachern genannt wird, stand seit längerem leer. Das Weltunternehmen hat es gekauft und legt dort zum Jahresbeginn 2018 einen Parkplatz an. Entstehen wird eine Fläche für rund 40 Autos von Mitarbeitern - Stellplätze, die dringend erforderlich sind. Es werde wohl nicht der letzte Parkplatz gewesen sein, der in unmittelbarer Nähe der Firma geschaffen wird, hieß es gestern aus der Pressestelle.

Freilich verschwindet auch ein bisschen Nostalgie mit dem Abbruch des Gebäudes, das architektonisch sicherlich immer einen Blick wert war. Denn das Haus respektive die Familie, die dort wohnte, waren bekannt. Stand es einst doch neben dem Bahnhof und gegenüber dem Wirtshaus "Zur Eisenbahn" und war dadurch strategisch günstig gelegen.


Das Fahrrad eingestellt

Der Hauptendorfer Christian von Reitzenstein erinnert sich. "Ich hab als Schüler mein Fahrrad dort einstellen dürfen", sagt er. Er sei dann mit dem Zug nach Erlangen gefahren. Der Franz Noppenberger, der Sohn des Hauses, sei damals übrigens auch mitgefahren.

Dass das Haus nun abgerissen wird, findet der spätere Lehrer schon ein bisschen traurig. Und teilt damit manch Meinung auf Facebook. Da wird es schon mal bedauert, dass immer mehr "Kostbarkeiten" verschwinden würden. Aber es gibt auch Zuspruch: Man könne, trotz aller Sentimentalität, froh sein, dass es Firmen mit vielen Arbeitsplätzen gibt.