Ein gelungenes Beispiel für kommunale Zusammenarbeit demonstrierte die Gemeinde Adelsdorf am Dienstag. Im Sitzungssaal des Rathauses fand ein ganztägiges "Spielplatz-Sicherheitsseminar" statt und Vertreter aus 22 Kommunen waren der Einladung gefolgt.

Zu den Aufgaben des Haustechnikers der Gemeinde, Alexander Malter, gehört auch die Überwachung der Spielplätze. "Da die meisten Fortbildungen sehr weit weg sind, habe ich recherchiert und jemanden gefunden, der das Seminar in unserer Gemeinde hält. Die umliegenden Kommunen haben in diesem Falle auch was davon, da diese dann auf meine Empfehlung hin dazu eingeladen wurden", so Malter zufrieden. Bürgermeister Karsten Fischkal schwärmt: "Qualifizierte Mitarbeiter leisten hier qualifizierte Arbeit!"

Die Teilnehmer ließen sich gerne auf den neuesten Stand in Bezug Sicherheit auf den Spielplätzen bringen. Der FT fragte nach:

Muss von Gesetz wegen jeder Spielplatz überprüft werden und wie oft?
Helmut Krönert (Sigena Spielplatz-Service):
Vom Gesetz her sollte wöchentlich eine Sichtkontrolle an Spielplätzen durchgeführt werden. Alle ein bis drei Monate muss eine operative Kontrolle erfolgen - alles durch den Träger des Spielplatzes wie z.B. die Gemeinde. Die alljährlich anfallende Inspektion muss der Träger dann durch eine neutrale Institution durchführen lassen.

Werden diese Vorschriften auch befolgt?
Leider werden sie nicht immer eingehalten und manche Kommunen nehmen die monatlichen Kontrollen nicht sehr ernst. Eigentlich sollte man es als Pflicht ansehen, denn wenn der Träger die Vorschriften nicht erfüllt, schadet er sich selbst.

Referent Rainer Gail aus Marburg, Spielplatzprüfer, klärte in Worten, Bildern und Videos die Teilnehmer aus Hirschaid, Bubenreuth, Hallerndorf, Eckental usw. auf. Maximilian Ruschig vom Bauhof Schnaid war begeistert: "Es ist hoch interessant und sehr informativ, was wir hier geboten bekommen. Ich bin ab sofort Spielplatzprüfer der Gemeinde und weiß nun genau, worauf ich achten muss."

Was hat sich an den Normen, die es seit 2003 - so lange gibt es diese Prüfungen - geändert?
Rainer Gail: Die Norm richtet sich immer nach der Häufigkeit der Unfälle. Die Beschilderung der Spielplätze hat sich geändert. Außer dem Alterslimit muss nun noch die Notrufnummer, der Spielplatzname und die Adresse auf dem Schild stehen.

Was sind denn die hauptsächlichsten Mängel an Spielplätzen?
Die fehlenden Sicherheitsabstände zwischen den Geräten, die Holzfäule und die Verletzungsgefahr bei Geräten aus Holz sowie die "Fangstellen" für Kopf und Finger.

Welche Materialien empfehlenswert sind erklärte Bernd Hafenrichter von der Westfalia Spielgeräte GmBH. Hafenrichter: "Alle Spielgeräte aus Kunststoff sind gut, zum Beispiel die aus Recycling-Kunststoff: alles aus dem Gelben Sack garantiert beste Haltbarkeit."

Wie es mit dem Interesse der Eltern an diesem Thema steht, erklärte Helmut Krönert: "Die Eltern beschweren sich ja bekanntermaßen gerne und dies geht oft bis in juristische Bereiche. Die Sicherheit ist auch den Eltern vorrangig wichtig und so ist auch das Interesse der Eltern sehr hoch."