Diese ist aber nicht wegen der Sommerkirchweih nach Herzogenaurach gekommen, sondern nimmt an ihren Heimatschulen in Dänemark am Programm "Deutschland Plus" teil. Das Programm fördert die deutsche Sprache im Ausland, indem herausragende Schülerinnen und Schüler, die sich im Fach Deutsch als Fremdsprache ausgezeichnet haben, nach Deutschland eingeladen werden.

Zwei Wochen in Franken

Bürgermeister Hacker (SPD) stellte den jungen Leuten Herzogenaurach vor. Während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes in Herzogenaurach werden sie nicht nur am Unterricht des Gymnasiums teilnehmen, um ihre Deutschkenntnisse weiter zu vertiefen, sondern sich auch in Franken umsehen. Neben einem Stadtrundgang geht eine Fahrt nach Bamberg ebenso wie nach Nürnberg sowie zu einer Wanderung in der Fränkischen Schweiz.

"Für die Kerwa bleibt trotzdem noch genügend Zeit", meinte der ehemalige Pädagoge Günter Blasch, der zusammen mit Oberstudienrat Peter Funch die jungen Gäste betreut. Zentral ist dabei die Unterbringung in Gastfamilien über die gesamte Kursdauer. Die jungen Gäste besuchen während ihres Aufenthalts eine allgemeinbildende weiterführende Schule vor Ort, wo sie gesonderten Sprachunterricht erhalten, aber auch in den Klassen der Gastgeschwister hospitieren. Gemeinsame Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung runden das Programm ab.

Tradition seit 1982

Die Schülerbesuche aus Dänemark haben bereits Tradition, Günter Blasch hat über den offiziellen "Pädagogischen Austauschdienst" 1982 den ersten Besuch von jungen Dänen eingeleitet, die vor Ort privat von Herzogenauracher Familien aufgenommen werden, um nicht nur Land und Leute kennen zu lernen, sondern auch ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

Beeindruckt waren die jungen Leute davon, dass die Menschen in dieser Ecke Deutschlands gemütlich, offen und freundlich sind statt - wie vermutet - "sehr streng" und "überorganisiert". Aber auch die stets freundlichen Reaktionen der hiesigen Bevölkerung, wenn sie um Informationen baten, beeindruckten. Gerade solche Begegnungen seien wichtig, denn sie tragen neben den Gesprächen in den Gastgeberfamilien zu einer spürbaren Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse bei. Ebenso positiv beurteilten die jungen Dänen die herzliche Aufnahme am Gymnasium. Günter Blasch sagte, dass er in all den Jahren immer positive Erfahrungen mit den jeweiligen Gruppen aus Dänemark gemacht habe - "sonst hätte ich ja nicht so lange durchgehalten". Zwar sei es nicht immer einfach, Familien als Gastgeber vor Ort zu finden, doch oft seien diese nachfolgend bereit, über Jahre hinweg weitere Besucher aufzunehmen.

"Deutsch lernen, vertiefen und erleben" lautet das Motto, erläuterte Peter Funch. "Die Jugend hat es mit in der Hand, dass einmal eine noch bessere Welt geschaffen wird", das macht Bürgermeister Hacker auch immer wieder deutlich, wenn er eine ausländische Schülergruppe im Rathaus empfängt und zum Gruppenfoto die Europafahne mitbringt.