Offenbar hat die CSU noch nicht überwunden, dass sich die Stadt nicht um den Kauf der ehemaligen Puma-Verwaltung in der Würzburger Straße bemüht hat. Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab sprach das Thema "Interimsrathaus" in seiner Haushaltsrede in der letzten Stadtratssitzung an. Seine Partei sei mit einem Vorstoß in Richtung Gebäudekauf damals beim Bürgermeister abgeblitzt, stellte er erneut fest.

Schwabs Kritik lautete vor allem dahingehend, dass der Stadtrat noch nicht einmal die Gelegenheit bekommen habe, das Gebäude anzuschauen. Denn darüber entschieden habe der Bürgermeister mit ein paar Vertrauten.

In der Sitzung selbst stießen diese Äußerung auf Widerworte. "Jetzt hört auf", rief der zuvor gescholtene Bürgermeister German Hacker (SPD) der Opposition zu und stellte fest. "Das ist ein schönes Firmengebäude, aber es ist kein Rathaus." Als Interimsgebäude sei das völlig in Ordnung, doch eine Sanierung mit Umbau zum Rathaus hätte "einen irren Aufwand" bedeutet.

"Golden für die Stadt"

Außerdem erkannte Hacker, dass es in der Innenstadt schon jetzt, wenige Tage nach dem Umzug der Verwaltung in den Wiesengrund, an Frequenz fehle. Denn ein Rathaus sei "golden für die Innenstadt." Das sah auch CSU-Stadtrat Franz-Josef Lang so, der den SPD-Bürgermeister in diesem Punkt unterstützte. Es sei ein wunderbares Gebäude für jede Firma, sagte auch er. Aber ein Rathaus sei es nicht. Und: "Das Rathaus gehört in die Stadt."

CSU-Stadtrat Walter Drebinger hingegen setzte nach. Das Interimsrathaus sei ja ein Provisorium, das könne man man ja nicht vergleichen, meinte er. Wenn die Stadt das Gebäude aber erworben hätte, hätte man das Thema ganz anders anpacken können. Selbst mit einer Zwischennutzung, so Drebinger weiter, hätte man Millionen sparen können. Die würden jetzt allerdings an Gebäudemiete verbrannt.

Ein Grund sich zu ärgern

Auch er ärgerte sich darüber, dass das Thema nicht im Stadtrat behandelt worden sei. "Wir sind nicht gefragt worden." Zuvor hatte Fraktionschef Schwab angemerkt, dass der Teil des Gebäudes, den die Stadtverwaltung jetzt als Interimsrathaus nutzt, zwischenzeitlich ja schon weiterverkauft worden sei. Mit einem satten Gewinn, wie Schwab gehört habe. Für ihn "ein Grund mehr, sich zu ärgern." Auf Verständnis traf er bei den Gegenübern im Stadtrat nicht: Von Curd Blank (SPD) und Retta Müller-Schimmel (Grüne) wurden seine Ausführungen eingangs mit Zwischenrufen quittiert.