Im Höchstadter Schützenverein Schützengilde 1608 sind heute etwa 270 Sportler registriert. Unter ihnen ist auch Christine Martin. In diesem Jahr sticht sie besonders heraus: Die Jugendschützenkönigin des vergangenen Jahres wurde am Sonntag auch Königin bei den Frauen. Sie ist der Altersklasse Jugend mittlerweile entwachsen.

Geschossen wird in der Schützengilde um die Schützenkette mit Luftgewehren und -pistolen, Kurz- und Langwaffen aller Kaliber und auch mit dem Bogen, der seine Beliebtheit zurückgewinnt. Im Schützenhaus, das mittlerweile mit digitaler Technik ausgerüstet ist, gibt es 10-, 25-, 50- und 100 Meter- Schießstände, die ein vielseitiges Schieß-Programm zulassen.

Schützenkönig ist Günter Kirsch

Die Königsproklamation an einem Sonntag durchzuführen ist ein Experiment der Höchstadter Schützengilde. Sie begann mit einer Kutschfahrt der Alt-Könige zum Schützenhaus. Nach gemeinsamen Mittagessen und Kaffee und Kuchen folgte zunächst die "Entthronung der bisherigen Könige" durch den Vorsitzenden Werner Fumy.

Dabei nahm er ihnen die Schützenkette ab und der Königin obendrein die Diadem-Krone. Dafür bekamen sie noch einmal den Dank ausgesprochen und die Damen erhielten zudem noch einen Biedermeier-Blumenstrauß.

Diesem Prozedere folgte der Höhepunkt der Veranstaltung, die Proklamation der neuen Schützenkönige. Die hier verliehene Schützenkette ist eine begehrte Trophäe, ihr gilt der ganze Trainingsfleiß. Der Schützenkönig darf die Kette ein Jahr lang stolz tragen, danach muss sie wiederum im fairen Leistungsvergleich der Schützen neu erkämpft werden.

Bei den Männern darf in diesem Jahr Günter Kirsch (9,8 Ringe) die Kette als Schützenkönig tragen. Den zweiten Platz belegte der stellvertretende Vorsitzende, Albert Dresel (9,6), ihm folgte Thomas Swarat (8,8) auf dem dritten Platz.

Die Königin der Frauen heißt nunmehr Christine Martin (8,6 Ringe), die Jugendkönigin des Vorjahres. Ihr folgen auf den Plätzen die beiden Schwestern Lisa Peßler (7,3) und Birgit Peßler (4,5).

Bei der Jugend durfte Jonas Waller die Königskette entgegennehmen, gefolgt von Jakob Waller - eine rein familiäre Angelegenheit.

Die weiteren Sieger sind: Pokalschießen Erika Dresel (9,7 Ringe), Sportpistole Johannes Dresel (10) und Luftpistole Peter Kretschmann (10).

Pokale benannt nach Mitgliedern

Es ist eine schöne Tradition bei der Schützengilde, dass Pokale den Namen verstorbener Schützen der Gilde tragen. Stellvertretend sei hier der "Rudolf-Müller-Pokal" genannt. Rudolf Müller gehörte bis zu seinem plötzlichen Tode kurz vor Vollendung des 60. Lebensjahres über 50 Jahre zur Höchstadter Schützengilde.

Rudolf Müller war ein beispiellos aktives Mitglied des Vereins, mehrfacher Schützenkönig, dekoriert mit vielen Medaillen, Fahnenträger und immer zur Stelle, wenn es galt, Arbeitsstunden für die Schützengilde zu leisten. So wurde er zum Vorbild vor allem für die jugendlichen Mitglieder für die es sich auch heute noch lohnt, dieser Legende nachzueifern. Dieter Gropp