Höchstadt a. d. Aisch
Feier

Höchstädterin feiert 100. Geburtstag: Im Altenheim fühlt sie sich wohl

Mit 100 Jahren blickt Charlotte Neumann auf ein langes und abwechslungsreiches Leben zurück. Viel hat die 100-Jährige gesehen, in unterschiedlichen Städten gelebt. Dort wo sie jetzt wohnt, fühlt sie sich angekommen.
Charlotte Neumann (Mitte) feierte ihren 100. Geburtstag mit ihrer Familie, Sohn Frank (2. v. r.), Schwiegertochter Kirsten (4. v. r.), Centrumsleiterin Johanna Auerbeck (2. v. l.), Bürgermeister Gerald Brehm (l.) und Landrat Alexander Tritthart (r.). Foto: Franziska Rieger

Ob Charlotte Neumann am Ende doch noch Landrat Alexander Tritthart (CSU) ihr Geheimnis verraten hat, wie sie 100 Jahre alt wurde und sich so gut gehalten hat? Denn geistig ist die 100-Jährige noch außerordentlich fit, schlagfertig antwortet sie auf Fragen, sie löst gerne Kreuzworträtsel und liest Illustrierte und die Tageszeitung. "Das Politische verfolge ich noch gut", sagt die 100-Jährige. Vor allem über die Bundespolitik müsse sie dann immer einmal wieder schimpfen, verrät sie.

Auch körperlich hat sich die 100-Jährige gut gehalten. Mit ihrem Rollator läuft sie noch auf und ab. In ihren 100 Lebensjahren hat Charlotte Neumann viel erlebt, viel gesehen und ist auch ein paar Mal umgezogen. Wo es ihr am besten gefallen hat? "Jede Zeit hat ihre Schönheit. Ich fühle mich jetzt hier sehr wohl", sagt sie und blickt mit wachen Augen durch ihre Brille.

1972 wird geheiratet

Geboren wird Charlotte Stazczewski, so ihr Mädchenname, in Großenhain im Landkreis Meißen. Nach dem Krieg zieht sie 1948 nach Würzburg, wo sie als Angestellte in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft arbeitet. Während eines Urlaubs in Italien lernt sie ihren künftigen Ehemann Eberhard Neumann kennen. 1972 heiraten Charlotte und Eberhard Neumann.

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Dessen erste Frau war gestorben, er bringt Sohn Frank mit in die Ehe. Ab diesem Zeitpunkt hat Charlotte Neumann also nicht nur einen Mann, sondern auch einen Stiefsohn. "Das Wort haben wir nie genutzt", sagt sie heute. Nach der Heirat lebt die Familie in Hamburg. Dass es die Familie aus dem Norden nach Höchstadt verschlägt, liegt an Sohn Frank.

Der zieht zur Promotion hierher und lernt seine spätere Ehefrau Kirsten Neumann kennen. Als sein Vater einen Schlaganfall erleidet, holt Frank Neumann seine Eltern 1999 zu sich nach Höchstadt, wo er dem Ehepaar eine Wohnung einrichtet. So kann Charlotte Neumann in der Nähe ihrer vier Enkelsöhne wohnen. Mittlerweile darf sich Charlotte Neumann über drei Urenkelinnen freuen.

Nach dem Tod ihres Mannes wohnt Charlotte Neumann bei ihrem Sohn Frank mit im Haus. Weil der die Mutter während eines Urlaubes nicht alleine Zuhause lassen wollte, verbringt sie die Zeit im Vitanas Senioren Centrum St. Anna in Höchstadt. Und dort wollte sie dann auch bleiben: "Jetzt bleibe ich hier", hat sie entschlossen gesagt.

Neben Centrumsleiterin Johanna Auerbeck und Landrat Alexander Tritthart (CSU) gratuliert auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) der Jubilarin herzlich. Von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder überbrachte Brehm einen Glückwunschbrief und ein Geschenk.