Das hätte nicht sein müssen! Die kleine Brücke über den Graben zwischen Holzacker und dem neuen Baugebiet wurde mutwillig derart beschädigt, dass sie erneuert werden muss.

Die Fertigteile wurden erst vor Tagen eingebaut, es fehlen noch Geländer und Anschlüsse. Nun musste festgestellt werden, dass in der Zeit vom letzten Freitag bis zum Dienstag die Kanten der Betonteile mit brachialer Gewalt abgeschlagen wurden.

Die Gemeinde möchte mit den Fußwegen zwischen den Baugebieten erreichen, dass Spaziergänger und Kinder keine Straßen queren müssen und die freie Natur erreichen können.

Im Herbst des vergangenen Jahres wurde die Vergabe der Übergänge beschlossen und auf Vorschlag des Planungsbüros eine amphibiengerechte Ausführung gewählt. Aufgrund naturschutzrechtlicher Vorgaben müssen die Übergänge über Wassergräben so gestaltet sein, dass Kleintiere und Amphibien das Gebiet in vorhandenen Gräben entlangwandern können. Jürgen Wagner vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellte bei der Vergabe die Möglichkeiten vor, und der Gemeinderat beschloss sich für eine Betonausführung.

Nicht nachvollziehbare Zerstörungswut

"Ich kann nicht verstehen, weshalb jemand so was macht", erklärte dazu Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) etwas verärgert. Das Abschlagen der Kanten war keine Sache von Minuten und muss auch gehört worden sein, schließlich stehen die Wohnhäuser nur wenige Meter vom Graben entfernt. Auch wenn möglicherweise Kinder ihre Kräfte maßen, sollten die Eltern so viel Courage haben, sich bei der Gemeinde zu melden, so zumindest ein Wunsch der Verwaltung. "Der Schaden beträgt mehrere tausend Euro und die Brücke muss wohl ausgetauscht werden", sagt dazu der Bürgermeister.

Da die Übergänge, zusammen mit dem Kanalbau vergeben wurden und im Gesamtpreis enthalten sind, lässt sich die genaue Schadenshöhe erst nach Rücksprache mit der ausführenden Firma ermitteln. Für den Bürgermeister nicht nachvollziehbar ist, dass immer wieder öffentliches und privates Eigentum beschädigt oder zerstört wird. In diesem Fall sind die Schäden so umfangreich, dass durch das Planungsbüro und der Gemeinde keine Abnahme erfolgen kann.

Zum Donnerstagabend klärte sich dann der Sachverhalt auf. Ein Vater meldete sich im Rathaus, dessen Sohn seine Kräfte und das Heimwerkerzeug seines Vaters mal ausprobieren wollte. "Allen Respekt, dass der Vater sich meldete, das ist nämlich äußerst selten", lobte der Bürgermeister das Verhalten.