Bei einem außerordentlichen Treffen des BN am Dienstag im ASV-Sportheim waren die Kastanien am Parkplatz "Am Graben" Thema, die für die Umgestaltung des Platzes gefällt werden sollen. Hainbuchen sollen stattdessen gepflanzt werden, schlagen die Naturschützer vor - keineswegs die Tulpenbäume, die der Planer des Platzes, der Landschaftsarchitekt Detlev von Witzleben, gerne einsetzen möchte.
Wie der Bund Naturschutz mitteilt, war neben einer erfreulichen Anzahl interessierter Höchstadter auch Christoph Reuß, BN-Ortssprecher, Helmut König, Kreisvorsitzender, und der Biologe Hans Krautblatter zugegen.


Warum keine Kastanien?

Krautblatter hatte einen Vorschlag zur Neugestaltung ausgearbeitet, der in der Runde diskutiert wurde. Zu allererst mussten aber einigen Teilnehmern die ästhetischen, botanischen wie praktischen Gründe vermittelt werden, warum nicht die bestehenden Kastanien erhalten bleiben sollen. Der BN komme damit der Stadt entgegen, die spätere Pflege nicht zu verkomplizieren.
Konsens in der Runde war, dass der Platz viel Grün aufweisen muss. Der Platz müsse vor allem Ruhebereich und Entspannungszone in der sonst städtischen Umgebung sein. Wesentliches Merkmal dabei sei eine optimale Beschattung für die heißen Tage unserer immer wärmer werdenden Sommer. Eine Abschirmung zum weiterhin vorhandenen Verkehr auf der Hauptstraße, eine maximal mögliche Ruhezone, als auch Kinder vor dem Straßenverkehr zu schützen, war den BN-Mitgliedern wichtig.


Hainbuche wächst langsam

Als Baum wie auch als Hecke wurde die Hainbuche ausgewählt (Carpinus petulus, Sorte Columnaris). Sie sei eine robuste einheimische Baumart, die Wärme gut vertrage und trotzdem frosthart sei. Sie vertrage im Vergleich zur Kastanie den Rückschnitt gut, was sich auch in den sehr beliebten, dichten und über die Jahreszeit lang bleibenden grünen Hecken widerspiegle.
Die Hainbuche sei die bewährte Schnittheckenpflanze schlechthin. Von Vögeln werde sie gerne zur Brutzeit aufgesucht. Die Hainbuche sei ein langsam wachsender Baum, sodass er für viele Jahre keinen Rückschnitt benötige. Die gewählte Sorte erreiche Höhen bis zu zehn Metern mit einem maximalen Kronendurchmesser von rund sieben Metern.

Der Vorschlag im Detail: Eine ein Meter breite Hainbuchenhecke umschließt den Platz, in dessen Mitte sich der Springbrunnen befindet. Der Zugang erfolgt nicht von der Hauptstraße bzw. dem Parkplatz "Am Graben", sondern seitlich über den etwas verbreiteten 1,5 Meter breiten Gehweg oder dem rund drei Meter breiten Fußweg, welche die Hauptstraße mit dem Parklatz verbinden. Die Hecke wird auf 1,5 Meter Höhe geschnitten, sodass der Platz von außen einsehbar ist, trotzdem aber ein Schutz für dort Sitzende gewährleistet wird.
Die Hainbuchen mit ihren circa sieben Metern Kronendurchmesser sind so platziert, dass sie die umliegenden Gebäude nicht tangieren. Zwischen den Bäumen werden Bänke und Blumenkübel oder Blumenrabatten positioniert.

Ein mögliches Szenario: Auf der Hauptstraße fahren weiterhin Autos. Ältere Leute und gestresste Jüngere suchen Abkühlung an einem heißen Sommertag. Sie lassen sich unter den schattigen Hainbuchen auf einer Bank nieder, im Rücken den Sicht- und Windschutz der Hecke, vor sich das plätschernde Wasser. Mütter, aber auch immer mehr Väter, kommen mit ihren Kindern, die sich ebenfalls am kühlen Nass erfreuen, und sicherheitshalber nicht sofort auf die Hauptstraße laufen können. Dies trägt wesentlich zur Entspannung bei. Kein Durchgangsverkehr stört. Ein stadtbekannter Platz, um dem heißen und flimmernden Hauptplatz zu entrinnen. Allen war klar, sie wollen keinen Platz mit "städtischem Charakter".