Damit liegt er hinter Hajo Ehnes (Die Linke), der insgesamt 4,18 Prozent holte (im Landkreis: 3,44 Prozent), auf Rang fünf.

Ins Landratsamt ist er nicht gekommen, auch nicht sein Mitbewerber von der AfD (Alternative für Deutschland). Dort vertrat stellvertretender Landrat Manfred Bachmayer die Grünen. Sein Kommentar bei der ersten Hochrechnung: "Jetzt haben die Populisten gewonnen." Einen Grund für die Verluste seiner Partei macht er am entstandenen Eindruck der "Steuer-(Erhöhungs)-Partei" fest. Dadurch seien die Kernthemen in den Hintergrund getreten.

Hajo Ehnes (Die Linke) schaute im Landratsamt vorbei und verwickelte Stefan Müller (CSU), den lokalen Wahlgewinner, in ein Gespräch über Karpfen. Später kam noch Martina Stamm-Fibich (SPD), die Chancen hat, über die Liste in den Bundestag zu kommen. Zur Frage einer großen Koalition auf Land- bzw. Wahlkreisebene wollen die beiden Stimmführer aber keinen Kommentar abgeben.


Linkenvertreter ist enttäuscht

Ehnes dagegen gibt zu, enttäuscht zu sein. "Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein - persönlich im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 - und dass es keinen politischen Wechsel gibt", gibt Ehnes seine Stimmung wieder. Ehnes erzielte 2009 6,9 Prozent und diesmal 4,18 Prozent. Sein Mitstreiter Anton Salzbrunn von der GEW freut sich darüber, dass die FDP nicht mehr in den Bundestag einzieht. Mit ihr hätten die Gewerkschaften keine guten Erfahrungen gemacht.


FW kontra AfD

Rogner sieht sich in politischer Konkurrenz zur AfD, die sich seiner Meinung nach aus den Freien Wählern entwickelt hat: "Mir gefällt, dass sie nicht drin ist." AfD-Direktkandidat Siegfried Ermer dagegen erwartete vor der Elefantenrunde im Fernsehen, "dass danach eine 5 beim Ergebnis steht. Noch abwarten! Stoiber hat schon mal zu früh gejubelt."

Ermer wurde von 3,06 Prozent der Wähler mit einem Kreuzchen belohnt, seine Gruppierung mit 4,16 Prozent. "Auch wenn wir mit ein paar Stimmen den Einzug ins Parlament verpassen, ist das ein wahnsinnig tolles Ergebnis für eine Partei, die es erst fünf Monate gibt." Zurück führt er das Resultat darauf, dass vielen Menschen erst in den letzten Tagen bewusst geworden sei, dass es die AfD gebe. Für ihn ist es vor allem eine gute Basis für die Europawahl 2014. "Der Euro wird Frau Merkel noch das heutige Lachen vergehen lassen", profezeit Ermer und spricht von der europäischen Währung als "Loch ohne Ende, als Fass ohne Boden".

Rogner hadert dagegen mit dem Abschneiden seiner Gruppierung in Bayern. Nach dem Landtagswahlergebnis hat er auf sieben Prozent gehofft. Jetzt liegt es bei ungefähr drei Prozent. "Äußerst schlechtes Abschneiden, ich bin geschockt", sagt er. Dass es bei der Bundestagswahl viele taktische Wähler gibt, sei ihm klar gewesen. "Aber so extrem viele, nein."

Im Wahlkreis schnitt die FDP mit 5,54 Prozent besser als im Bundesdurchschnitt ab. Ihr Direktkandidat Michael Székely errang nur 2,23 Prozent.

Alle Ergebnisse der fränkischen Stimmkreise für die Bundes- und Landtagswahlen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Kandidaten finden Sie auf dieser Seite.