Im Jahr 1913 legte Rudolf Herold in der Mönau, nördlich von Kosbach in der Waldabteilung "Rehweiher", einen vorgeschichtlichen Grabhügel von rund 18 Metern Durchmesser frei. Anlass der Grabung war der Fund von zwei Bronzearmringen durch Waldarbeiter bei einem angeschnittenen Grabhügel. Die Funde gelangten in die Ur- und Frühgeschichtliche Sammlung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Um ungeklärten Fragestellungen auf den Grund zu gehen, führten Martin Nadler und Brigitte Kaulich von Juni bis August 1979 eine Nachgrabung durch. Dadurch sollten die seinerzeit gemachten Beobachtungen überprüft und ein zeitgemäßer Vermessungsplan erstellt werden.
Die wissenschaftliche Auswertung der Grabungen ergab, dass in dem Hügel mehrere, zum Teil mit umfangreichem Trachtenschmuck versehene Bestattungen vorgenommen worden waren. Diese reichten von der jüngeren Urnenfelderzeit (etwa 10./9. Jahrhundert vor Christus) bis in die Früh-La-Tène-Zeit (5. Jahrhundert vor Christus). Die Anlage des Grabhügels ist aus einem Guss konstruiert und hat eine typische Lage für ein eisenzeitliches Gräberfeld.
Am westlichen Rand des Grabhügels wurde eine Steinsetzung mit kurzen Eckpfeilern aus unregelmäßigen Sandsteinblöcken und einem Mittelpfeiler entdeckt. Das Original des Mittelpfeilers gehört heute der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlungen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und befindet sich als Leihgabe im Stadtmuseum Erlangen. Die Anlage ist seither unter der Bezeichnung Kosbacher Altar bekannt, da Herold Parallelen zu seinen Ausgrabungen im Orient zog.

Kein echtes Grab

Die Anlage ist mit den Längskanten nach den vier Himmelsrichtungen orientiert und hat an den Außenkanten die Maße 2,08 m (im Süden), 2,20 m (im Westen), 2,24 m (im Norden) und 1,98 m (im Osten). Die Pflasterung aus unterschiedlich großen Sandsteinblöcken ist dicht aneinander gesetzt. Darunter befindet sich eine weitere Steinlage, die direkt auf dem anstehenden Lettenboden ruht.
Bereits Herold deutete den Kosbacher Altar als Kultstätte und konnte durch Grabungen feststellen, dass es sich dabei um keine Abdeckung für ein Grab handelt. Gefunden wurde darunter lediglich ein zerstörtes Gefäß und eine Schichtaugenperle, die Doris Mischka der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts zuweist.
Der so genannte Altar wurde offensichtlich bei einer der späteren Bestattungen im Grabhügel angelegt. Um dieses Bodendenkmal öffentlich zugänglich zu erhalten, wurden die Hügel rekonstruiert. Die Anfertigung einer wetterbeständigen Kopie des Kosbacher Altars ermöglicht auch heutigen Besuchern einen Eindruck der Anlage. Die verbliebenen originalen Steine liegen direkt darunter.
Geschichtsprofessorin Mischka vermutet hinter den kegelförmig aufgestellten Steinen Personendarstellungen von Verstorbenen. Da die Steine stark verwittert seien, könne dies nicht mehr erkannt werden. Vermutlich waren sie durch Bemalung noch hervorgehoben, die sich natürlich ebenfalls nicht erhalten hat. Als Parallele führte sie in ihrer Rede zur Ausstellungseröffnung Beispiele bei den Etruskern in Cerveteri an. Dass der Kontakt mit dieser Kultur durch Händler in der frühen La-Tène-Zeit auf jeden Fall gegeben war, zeigte sie anhand eines Objekts, das auf dem Walberla gefunden wurde.