Zwei Franken, zwei Politiker - zwei unterschiedliche Stile. Finanzminister Markus Söder (CSU) und Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) gelten als Macher und genießen bei den Wählern großes Vertrauen. OB Maly steht für einen eher ruhigen Politikstil, während Söder oft auch robust auftritt und sich sehr geschickt als möglicher Nachfolger von Landesvater Horst Seehofer (CSU) positioniert hat.
Doch wer von beiden hätte jetzt die Nase vorne, könnten die Menschen ihren Ministerpräsidenten direkt wählen? Hier ist ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten. Eine kleine Umfrage dieser Zeitung unter vier Lokalpolitikern aus dem Kreis Erlangen-Höchstadt ergab, dass wohl Ulrich Maly große Siegchancen hätte. Drei würden nämlich ihm ihre Stimme geben, eine gäbe es für Markus Söder. Hier die Ergebnisse im einzelnen - samt den Begründungen:

Äußerst diplomatisch geht Landrat Alexander Tritthart (CSU) in seiner Einschätzung vor, wen er lieber auf dem Posten des Ministerpräsidenten sehen würde: "Es ist mal wieder Zeit für einen fränkischen Ministerpräsidenten. Ich schätze Ulrich Maly sehr und arbeite immer sehr gern und sehr gut mit ihm zusammen. Dennoch würde ich selbstverständlich Markus Söder wählen. Er hat als Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat viel erreicht. Finanziell steht Bayern so gut da wie kaum ein anderes Bundesland. Söder würde auch als Ministerpräsident eine gute Figur machen."

Zwei weibliche Alternativen

Andreas Hänjes, SPD-Fraktionssprecher im Höchstädter Stadtrat, zögert überhaupt nicht lange, als er gefragt wird, für welchen Politiker sein Herz politisch schlägt: "Ich würde Uli Maly wählen, weil er mir viel sympathischer ist. Außerdem hat er bewiesen, dass er vor allem auch mit Argumenten, Entscheidungen und Fachwissen punkten kann. Dass Herr Söder in dieser Frage bei mir nur auf den zweiten Platz zieht, hat keinen speziellen Grund, ich möchte ihn auch gar nicht weiter bewerten."

Manfred Bachmayer, Fraktionschef der Grünen im Kreisrat, setzt wie Hänjes und Müller auf Ulrich Maly: "Er ist mir als Macher sympathisch. Seine politische Arbeit ist ersichtlich stärker ergebnisorientiert. Ich kenne ihn als interessanten, aber zuverlässigen politischen Partner. Von Herrn Söder kann ich das nicht behaupten.
Ich würde aber noch viel lieber den Kreis der potenziellen Kandidaten um unsere Fraktionschefin im Landtag, Margarete Bause, erweitern. Ich kenne sie seit Langem. Sie ist wirklich hervorragend für das Amt der Ministerpräsidentin geeignet. Sie ist viel unterwegs, geht auf die Menschen zu. Und auch in Franken schafft sie es, die Wähler mit ihren Themen und ihrer Art anzusprechen und zu begeistern - nicht nur mit ihren langen Beinen, sondern auch mit ihrem Kopf und Verstand."

Für eine weibliche Kandidatin plädiert auch Irene Häusler, Kreisrätin von den Freien Wählern. Würde etwa Ilse Aigner von der CSU zur Wahl stehen anstatt Markus Söder, dann würde sie Aigner bevorzugen. "Den bayerischen Finanzminister habe ich bereits einige Male persönlich getroffen und ich liege nicht mit ihm auf einer Wellenlänge. Mein Favorit ist aus diesem Grund wohl Herr Maly. Er besitzt eine große Kompetenz, ist sehr zuvorkommend und rhetorisch gewandt. Obwohl ich eigentlich kein großer Fan der SPD bin. Generell muss ich aber sagen, dass ich viel davon halten würde, wenn künftige Ministerpräsidenten oder Ministerpräsidentinnen direkt vom Volk gewählt werden könnten anstatt vom Parlament."