Das derzeit realisierte Baugebiet "Wohnen am Reuthsee" sowie eine bessere Auffindbarkeit des entsprechenden Wahllokals waren am Mittwochabend Anlass genug, dass der Gemeinderat Adelsdorf beschloss, drei Stimmbezirke neu einzuteilen.

Das bisherige Wahllokal "Bibliothek Hauptschule" im Stimmbezirk 4 wird pünktlich zur diesjährigen Europawahl in den Turnraum der Kita "Kunterbunt" verlegt. Neu geschaffen zur Kommunalwahl 2020 wird ein Wahllokal im Turnraum der Kita "Sancta Maria" in der Konrad-Adenauer-Straße. Das Wahllokal im Feuerwehrgerätehaus Neuhaus hat sich bei der letzten Wahl als ungeeignet erwiesen, insbesondere was den Aufwand betraf, aber auch der Mangel an Parkplätzen spielte eine Rolle. Künftig wird das Martin-Luther-Haus in der Neuhauser Hauptstraße im Stimmbezirk 8 als Wahllokal zur Verfügung stehen.

Straßenausbau macht Sorgen

Das Neubaugebiet "Neuhaus Südwest - Steigerwaldblick" an der Neuhauser Hauptstraße führte in der Gemeinderatsitzung zu einer lebhaften Diskussion. Besonders im Bezug auf den möglichen Ausbau der Flurbereinigungsstraße, die parallel zur Kreisstraße verläuft, besteht noch deutlicher Redebedarf.

Generell soll der Kanal im Bereich der Flurbereinigung verlaufen. Ein von Andreas Maier (CSU) vorgeschlagener Ausbau als Zufahrtsstraße zu den 25 bis 30 geplanten Baugrundstücken, brächte Kosten mit sich, welche auf die neuen Grundstückseigentümer umgelegt würden. Schon wurden Stimmen laut, ob auch Kosten zukämen auf die Anwohner bereits bestehender Häuser, welche auf der anderen Seite an die Flurbereinigung grenzten. Letztendlich soll dies im städtebaulichen Vertrag geregelt werden. Lärmschutzwände hingegen werden nicht erforderlich sein, erläutert Architektin Sabine Henneberger vom Architekturbüro Maisch aus Nürnberg. Das Neubaugebiet liegt 450 Meter von der Autobahn entfernt, so dass tagsüber maximal 50 dB an Lärm erwartet werden, nachts 40 dB. Bei einer zulässigen Lautstärke von 57 dB liegt man somit unter dem Pegel, der eine Lärmschutzwand erforderlich machen würde.

Recht anschaulich präsentierte Matthias Rühl von der "Arbeitsgemeinschaft Stadt & Land" in Neustadt die Ergebnisse der Untersuchung des Adelsdorfer Ortskerns für die Aufnahme in ein Städtebauförderungsprogramm. Für diesen Zweck wurde im Vorfeld jedes Gebäude fotografiert und genau in Augenschein genommen. Viele leer stehende Gebäude, besonders im Bereich der Bahnhofstraße und der Schafgasse, würden eine Umstrukturierung erfordern, so Rühl. Zudem erfolgte eine Bewertung dieser Gebäude bezüglich des Sanierungsbedarfs oder eines möglichen Abrisses unter Berücksichtigung von Schäden am Dach, Rissen in der Mauer oder aufsteigender Feuchtigkeit.

Ortskern ist kaum verändert

Ein vorliegender Plan aus dem Jahr 1821 zeigte, dass sich seit dieser Zeit der Ortskern selbst kaum verändert hat, woraufhin Rühl vorschlug, ein kommunales Denkmalkonzept im Bezug auf die Geschichte der Häuser erarbeiten zu lassen. Auch funktionale Probleme wie die schlechte Überquerbarkeit mancher Straßen, zu schmale Gehwege, fehlende Begrünung und die Hochwasserproblematik wurden von Rühl angesprochen.

Fördergelder für private Anwesen für Fassadenerneuerung, Dacheindeckung, Türen, Fenster, Wärmedämmung sowie Mauern, Tore und Zäune könnten ab einem Aufwand von 3000 Euro bis maximal 100 000 Euro beantragt werden. Gegenstand der Förderung ist die Erhaltung der Bausubstanz. Im Fall einer positiven Antwort auf die Anfrage würden dann maximal 30 Prozent als Fördersumme bereitgestellt, wobei 60 Prozent dieser Gelder von der Regierung getragen werden und die restlichen 40 Prozent an der Gemeinde hängen bleiben.