Wenn eine Stadt attraktiver und größer wird, dann bringt das auch gewisse Sorgen mit sich. Beispielsweise den Straßenverkehr. Mehr Blech auf und an den Straßen erfordert dann Lösungen. Und da sind die Kommunalpolitiker gefordert.

Stadtrat und Bauausschuss haben sich in ihren Sitzungen am Mittwoch und Donnerstag des Themas angenommen. Ein sensibler Bereich ist der Norden der Stadt. An der Kreuzung der Flughafenstraße mit der Nordumgehung und etwas weiter droben, vor den Outlets an der Zeppelinstraße, stehen die Autos. Die einen, weil sie die Grünphase der Ampel nicht erwischen. Die anderen, weil sie alles unerlaubt zuparken.

Es gibt besondere Tage, an denen reicht selbst der geräumige Parkplatz vor dem Sporthaus Hoffmann nicht mehr aus, um alle Fahrzeuge zu fassen. Dann parken die Kunden entlang der Kreisstraße, im Grünstreifen und auf dem Radweg. Und das ist nicht nur den Anwohnern der Herzo Base ein Dorn im Auge, wie die CSU in einem Bürgergespräch erfahren hat. Sondern es sei auch noch gefährlich obendrein. Kurt Zollhöfer beantragte für seine Fraktion daher, "wirksamste Maßnahmen zu treffen, um den Radwegbenutzern die gebotene Sicherheit auf dem Radweg zu gewährleisten."

Die Stadtverwaltung war bereits tätig geworden, bevor der Antrag überhaupt behandelt werden konnte. Denn Zollhöfer hatte das Problem ja schon in der Januarsitzung kurz angesprochen. Außerdem stehe auch die Verwaltung mit den Bürgern seit längerer Zeit im Gespräch, erklärte Bürgermeister German Hacker. Zunächst waren fünf Holzpfosten gesetzt worden, was das Problem laut Zollhöfer aber nicht löste. "Die werden einfach umfahren", sagte er. Dann standen die Autos halt hinter den Pfosten auf dem Grünstreifen.

24 Pfosten und zehn Findlinge

Die Verwaltung hat inzwischen nachgebessert. Wie Hacker in der Sitzung am Donnerstagabend erläuterte, wurden 24 Holzpfosten mit Reflektoren eingesetzt und etwa zehn Steine, also größere Findlinge abgelegt. Damit entfalle bereits ein Teil der bisher auf unkorrekte Weise beparkten Flächen. Darüber hinaus kontrollieren Polizei und die kommunale Verkehrsüberwachung zu den neuralgischen Zeiten. Das Stadtoberhaupt verwies auf den vergangenen, frühen Samstagnachmittag. Da konnte kein Parkverstoß festgestellt werden, sagte Hacker. Offenbar zeigen die Maßnahmen schon Wirkung.

Schwierig ist allerdings nach Aussage des Bürgermeisters, dass man weder den dortigen Feldweg sperren noch den Radweg mit Pflocken bestücken könne. Der Feldweg sei für landwirtschaftliche Fahrzeuge frei zu halten, und auf dem Radweg könne man aus Sicherheitsgründen keine Hindernisse einbauen.

Jetzt stehen die Faschingsferien vor der Tür. Da werden die Outlets wieder einen Ansturm erleben und man könne sehen, ob die Maßnahmen genügen, meinte Renate Frötsch (CSU).

Problemfall Kreuzung

Mit den Sportschuhtouristen hat ein weiteres Problem in dem dortigen Bereich ebenfalls zu tun, aber auch mit den wachsenden Wohngebieten auf der Herzo Base. An der Kreuzung der Flughafenstraße zur Nordumgehung werde das Linksabbiegen auf die "Stadtautobahn" durch zu viel Blech und zu kurze Grünphasen an der Ampel erschwert. Darauf verwies der Haundorfer CSU-Stadtrat Christian Polster in der Stadtratssitzung am Mittwochabend. Er selbst fahre oft über Beutelsdorf nach Herzogenaurach. Obwohl diese Strecke deutlich länger sei.

Weil es sich um die mit am stärksten frequentierte Kreuzung in der Stadt dreht, müsse etwas geschehen. Die CSU regte an, entsprechende Maßnahmen zu prüfen. Ein anderer Ampeltakt wäre als erste Handlung möglich, aber auch der Bau einer zusätzlichen Abbiegespur sollte überlegt werden.

CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab meinte, dass der Hans-Ort-Ring keinesfalls den Norden und Süden der Stadt trennen dürfe. Seine Fraktion habe damals Unterführungen vorgeschlagen. Heute zeige sich, dass das richtig gewesen sei. Peter Prokop (SPD) entgegnete, dass die Nordumgehung nun mal Hauptstraßencharakter habe und die querenden Straßen eben unterzuordnen seien. Außerdem funktioniere der Takt gut. Das zu ändern, würde Risiken bergen.

Schlaue Ampel

Bürgermeister German Hacker verwies darauf, dass die Kreuzung immer schon beobachtet worden und es bekannt sei, dass es in Stoßzeiten zu Staus kommt. Man verfüge dort über eine schlaue Ampelschaltung. Entscheidend ist für Hacker, dass eine dynamische grüne Welle beibehalten werde. Man habe eine Firma bereits beauftragt, eine erneute Simulation der Verkehrsströme an der Kreuzung vorzunehmen. Das Ergebnis werde dann dem Planungsausschuss vorgestellt.