Der demographische Wandel hinterlässt Spuren. Die Bevölkerungsstruktur verändert sich, das kann man sehen und spüren. Mehr alte Menschen, weniger Familie. Was ist denn jetzt zum Beispiel mit den Rentnern, die nicht auf die Unterstützung der Familie hoffen können oder keine haben? Für sie gibt unter anderem Mehrgenerationenhäuser (MGH), die das Miteinander von Alt und Jung fördern sollen.

So wie in Weisendorf. 1204 Menschen über 60 Jahren und 438 ausländische Bürger leben in Weisendorf und Umgebung, erklärt die Koordinatorin des MGH, Doris Tietjen. Seit 2008 gibt es für Menschen in jeder Lebenslage das Mehrgenerationenhaus Weisendorf. Hier lautet das Motto "Starke Leistung für jedes Alter". "Familien, die sich in jeder Lebenslage unterstützen, gibt es ja heute kaum noch", erzählt Tietjen. Mehrgenerationenhäuser aber seien Orte, die auch offene Treffpunkte für Menschen bieten, die sonst keinen haben, der ihnen hilft.

"Wir wollen auch Generationenkonflikte überwinden, indem sich Alt und Jung bei verschiedenen, meist alltäglichen, Situationen unterstützen", sagt Titjen weiter. "Ältere Menschen bekommen beispielsweise Hilfe beim Einkaufen, dafür geben sie jüngeren ihr Wissen weiter, in dem sie ihnen bei den Hausaufgaben helfen." Hausaufgabenbetreuungen finden drei Mal die Woche statt. Vor allem Kindern mit Migrationshintergrund hilft das, weiß die Koordinatorin des MGH zu berichten. "Das hilft Barrieren abzubauen." Für einige Menschen bietet es aber auch Gelegenheit, sich ehrenamtlich zu engagieren und ihr Können weiterzugeben.

Die Möglichkeit, das zu tun, bietet jetzt auch ein Förderverein, der das MGH Weisendorf unterstützen soll. Dieser soll weitere Unterstützer ins Boot holen und unter anderem die ehrenamtlichen Mitarbeiter entlasten. Zweck des Fördervereins ist es laut Konzept,das MGH finanziell und ideell zu unterstützen.

2006 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die ersten Mehrgenerationenhäuser ins Leben gerufen. 2007 wurde ihnen für die Dauer von fünf Jahren Zuschüsse gewährt, dann aber sollten sie sich selbst finanzieren können oder sich andere Fördermittel suchen. Deshalb stand das Mehrgenerationenhaus Weisendorf 2012 in der Schwebe.

"Die Leute kamen ja, nur die Mittel fehlten uns", erzählt Doris Tietjen. Die Marktgemeinde Weisendorf und die evangelische Gemeinde Weißendorf-Rezelsdorf haben sich schließlich zusammengetan, um die Schließung zu verhindern. Doch das reicht nicht aus. Aus diesem Grund hat sich Walter Ferbar, der als Gemeinderat und Lehrer tätig ist und das MGH ehrenamtlich unterstützt, dafür eingesetzt, den "Förderverein MehrGenerationenHaus Weisendorf e.V." ins Leben zu rufen. Die Gründungsversammlung findet am heutigen Dienstag um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus Weisendorf statt. Dazu sind alle interessierten Bürger der Marktgemeinde in den Treff am Sauerheimer Weg eingeladen.