Wie viel Zeit spart der provisorische Aischübergang wirklich? inFranken.de hat den Alltagstest gemacht. Redakteur Christian Bauriedel und sein Kollege Jann Weckel starten an der Fortuna Kulturfabrik. Ziel: Der Parkplatz neben dem Wohn- und Geschäftshaus am Vogelseck.

Der eine nimmt den Bypass über die Aischwiesen und die Steinwegstraße. Der andere fährt über Lonnerstadt, also über die Rothenburger Straße. Über den Bypass dauerte die Fahrt 4.33 Minuten, über Lonnerstadt 6.43 Minuten. Gestartet wurde um 14.44 Uhr. Es herrschte dichter Verkehr.

Die eine Fahrt über die Umleitung Lonnerstadt wurde durch eine rote Ampel in der Spitalstraße um etwa 20 Sekunden ausgebremst. Selbstverständlich wurden alle Geschwindigkeitsbegrenzungen vorbildlich eingehalten.

Fazit: 2 Minuten 10 Sekunden - so viel Unterschied wie man vielleicht denken könnte, macht es gar nicht. Redakteur


"Uns sind bisher keine Probleme zu Ohren gekommen." So lautet das Fazit von Thomas Gamm, stellvertretender Polizeichef Höchstadts. Seit einer Woche ist der sogenannte Bypass gelegt. Nach langem Warten verbindet die Strecke über die Aischwiesen nun zumindest einspurig von Süd nach Nord die seit April 2016 voneinander getrennten Stadtteile.

"Es scheint wohl zu klappen", sagt Gamm in Bezug auf die Verkehrslage rund um die Baustelle an der Flutbrücke. Die Schilder seien eindeutig. Beschwerden habe es bei seiner Dienststelle jedenfalls noch keine gegeben.

Auch Siegfried Nürnberger von der Verkehrswacht Höchstadt ist zufrieden. Da er in Höchstadt-Nord wohnt, sei er noch nicht so häufig durch gefahren. Aber grundsätzlich sei der Bypass ordentlich gemacht. "Es ist die ganz sichere Variante. Wenn was passieren würde, wäre das Gejammer noch größer", sagt Nürnberger.
Das wichtigste sei daher, dass die Baustelle an der Flutbrücke ordentlich gesichert ist. Und das sei der Fall.


Irritation bei der Einfahrt

Eine kleine "Irritation" sieht der Verkehrswachtvorsitzende bei der Beschilderung der Einfahrt am Karpfenkreisel. Denn dort stehe ein Verbotsschild "Für Lkw gesperrt". Zudem aber ein Schild "Baustellenfahrzeuge frei". Etwaige Verwirrungen für Ortsfremde könne man mit einer deutlicheren Beschilderung auflösen, so Nürnberger. "An der Einfahrt am Karpfenkreisel wäre ein Hinweis ,Stadtmitte' vielleicht noch gut."

Matthias Mönius vom Unternehmen Taxi Max sieht den provisorischen Übergang kritisch. "Man hätte lieber warten sollen bis alles fertig ist und dann die Strecke komplett öffnen sollen", so Mönius.


Stört den Bau an der Flutbrücke

Ja, er als Taxifahrer profitiere von Umleitungen, da ja das Taxometer weiterläuft. Aber ganz grundsätzlich wäre es besser gewesen, sich lieber auf der Baustelle etwas zu beeilen und im Herbst schon einen Monat früher aufmachen zu können. Denn die Verkehrsführung über die Aischwiesen störe den Bauablauf an der Flutbrücke, ist sich Mönius sicher. Wolfgang Glotz, Kommandant der Höchstadter Feuerwehr sieht es ähnlich. "Meine persönliche Meinung: Für den Bau selbst wäre es besser, wenn es keinen Bypass geben würde." Grundsätzlich sei es natürlich aber schon eine schöne Sache, wieder direkt durch fahren zu können. Was die Feuerwehrarbeit angeht, bleibe es beim Baustellen-Notplan. "Unsere Wache Süd bleibt weiter aktiv", sagt Glotz. Die Wache, die tagsüber dafür sorgt, dass die Feuerwehrleute in Süd schneller im Einsatz sind, habe sich "absolut bewährt".

Und was sagt der Verkehrsexperte? Bernd Otte, Sachbearbeiter der Polizei für den Verkehr im Landkreis, hat die Beschilderung der Baustellenumfahrung inspiziert. Beschwerden seien zumindest bei ihm nicht eingegangen. Was die Beschilderung an der Einfahrt am Karpfenkreisel angeht, so sei das wichtigste gewesen, dass für den Schwerlastverkehr eindeutig ist, dass er nicht durchfahren darf. Den Vorschlag mit einem "Stadtmitte"-Schild hat er sich notiert und gebe ihn an die Zuständigen weiter.

Dass der Bypass lediglich zwei Minuten Ersparnis bringt kommentiert Otte diplomatisch. Es sei wohl mehr der psychologische Effekt. "Man fühlt sich zumindest so, als ob man flüssiger durchkommt."