Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) hat neuerdings eine Vertretung im Aischgrund. Am Dienstagmorgen informierte Siegfried Ermer, AfD-Kreisvorsitzender, per Pressemitteilung über die Neugründung eines Ortsverbands "Aischgrund/Höchstadt", der neben der Stadt Höchstadt ebenfalls die Verwaltungsgemeinschaft Höchstadt, Adelsdorf, Hemhofen und Röttenbach umfasst. Bisher hatte die AfD im Landkreis Erlangen-Höchstadt ausschließlich einen Ortsverband im Raum Heroldsberg/Kalchreuth/ Eckental.

Folgende Personen bilden den Vorstand:

Christian Beßler
(Vorsitzender) aus Höchstadt hat einen Großhandel für Kfz-Ersatzteile, ist verheiratetet und hat vier Kinder. Er ist 46 Jahre alt und war von 1986 bis 2010 CSU-Mitglied. In Höchstadt war er in den 90er Jahren Vorsitzender der Jungen Union und im CSU-Ortsvorstand, aus dem er 2002 ausgetreten ist. Er war von 2013 bis 2015 stellvertretender Präsident des Höchstadter Eishockeyclubs (HEC), zuvor war er dort für das Marketing zuständig.

Daniel Galster (Stellvertreter) aus Höchstadt, bisher parteilos, ledig und 40 Jahre alt, ist Chemikant, Industriemeister für Lebensmittel sowie Gastronom einer Bar in der Höchstadter Innenstadt.

René Jentzsch (Schatzmeister) zugezogen nach Höchstadt, bisher parteilos, ist Unternehmer im Sicherheitssektor, 41 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Die Presse sei, wie bei solchen Anlässen eigentlich üblich, zu der Gründungsveranstaltung, die bereits am 5. Mai an einem nicht geannten Ort in Höchstadt stattfand, nicht eingeladen worden, sagt Beßler gegenüber dem FT.
"Wir wollten es in Ruhe abhalten", sagt er. Mit einem Ausschluss der Medien habe das aber nichts zu tun. Man habe "dem Wirt keine Probleme machen" wollen, da man "schlechte Erfahrungen mit bestimmten politischen Gruppierungen" gemacht habe. Es seien 24 Personen bei der Gründung anwesend gewesen. Mittlerweile habe man 31 Mitglieder.

Der Ortsverband wolle nun im Bundestagswahlkampf mit Veranstaltungen und Infoständen aktiv werden. Im nächsten Jahr habe man die Landtagswahl im Blick. Und auch kommunalpolitisch wolle man in drei Jahren mit eigenen Listen antreten, so Beßler.


Enttäuscht von der CSU

Er sei 2010 enttäuscht aus der CSU ausgetreten. Er spricht von einer "Vermerkelisierung der CSU", die ihm nicht gepasst habe. Lokalpolitisch habe er die Erfahrung der "Postenschieberei" bei der CSU gemacht. "Verdiente Lokalpolitiker" seien bei Neubesetzungen nicht berücksichtigt worden.

In die AfD sei er im September 2016 eingetreten. Wegen "mehrerer Punkte", so Beßler. Er nennt "den Flüchtlingszug", eine "schleichende Bargeldabschaffung" und eine "EU-Umverteilung", die er nach der Bundestagswahl kommen sehe. "Ich verfolge Tendenzen. Ich sehe unsere Demokratie gefährdet", sagt Beßler.

AfD-Mitglieder würden oft als Demokratiefeinde bezeichnet. Er sehe genau andersherum viele etablierte Bundespolitiker so. Rechtsaußen-Tendenzen prominenter AfD-Politiker wie Björn Höcke, Alexander Gauland oder Beatrix von Storch hätten bei seiner Entscheidung, in die AfD einzutreten keine Rolle gespielt. "Björn Höcke verkörpert nicht die AfD", sagt Beßler. Höckes Äußerungen seien oft "nicht geschickt" gewesen.

Die Partei sei noch in einer Findungsphase. Zudem müsse man eben ab und zu einfach zuspitzen. Das habe schon Franz-Josef Strauß gewusst. Beßler findet: "Populismus ist etwas Positives."