Sich in einer fremden Welt zurechtzufinden ist meist sehr schwer. Umso schöner ist es, auch in der Fremde heimatliche Klänge und Rhythmen zu hören oder selbst zu spielen. Vier Äthiopier machen zur Zeit diese Erfahrung und spielen in der Trommelgruppe von Claus Zwanziger, dem Schlagzeuglehrer an der städtischen Musikschule Höchstadt, mit. Sie bereichern so die musikalische Vielfalt, die sowieso schon an der Musikschule herrscht, heißt es in einem Pressebericht.


In der Flüchtlingshilfe aktiv

Rainer Kuth hatte zunächst bei Daniela Köberlein und Marianne Neuß angefragt, ob sie sich vorstellen können, dass die drei Afrikaner als Gastmusiker kommen - Köberlein und Neuß gehören nämlich zu den langjährigsten Mitgliedern der Trommelgruppe.
Die Zustimmung war ihm aber sicher - beide Trommlerinnen sind ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Daniela Köberlein organisiert zum Beispiel am Samstag, 20. Februar, im Herzogenauracher Jugendhaus Rabatz gemeinsam mit dem Landkreis ein Benefizkonzert für jugendliche Flüchtlinge, Marianne Neuß gibt Deutschkurse, organisiert Sachspenden und kümmert sich sogar um die Taufe des jüngsten Flüchtlingskinds. So wurden die vier jungen Äthiopier von den Trommlern herzlich empfangen und schnell und unkompliziert in die Gruppe integriert. Trotzdem mussten sie feststellen, dass es für Ungeübte gar nicht so einfach ist, die komplexen afrikanischen Rhythmen zu erkennen und nachzutrommeln. Jedenfalls haben sie aber sehr viel Spaß dabei, wie die strahlenden Gesichter verraten.