Die Geburtsstunde des Adelsdorfer Missionskreises schlug am 2. März 1988 auf Initiative von Pfarrer Hans Eisend. In der Pfarrei erkannte man damals die Notwendigkeit, einen Blick über den Tellerrand hinaus zu werfen und Verantwortung für die Menschen in allen Kontinenten zu übernehmen.


Enge Zusammenarbeit mit Hannberg


In verschiedensten Aktionen wurden anfangs Projekte in Lateinamerika, Indien, Haiti, Südafrika und Zimbabwe unterstützt. Dann entstand in enger Zusammenarbeit mit der Pfarrei Hannberg eine Kooperation mit der Diözese Masaka in Uganda.

Damals war Father Baptist Matovu zur Aushilfe in Hannberg, einige Male vertrat er auch Pfarrer Hans Eisend in Adelsdorf. Er berichtete in einem Vortrag über die großen Sorgen und Nöte seiner Landsleute. Durch Aids seien viele Kinder zu Waisenkindern geworden. Spontan entstanden Patenschaften für Aidswaisen. Das Hilfsprojekt Uganda war geboren.


37 Patenkinder


Seitdem werden regelmäßig 37 Patenkinder aus der Pfarrei Mbirizi unterstützt, viele Hilfsgüter finden ihren Weg nach Busaluga und Mbirizi. Auch Spenden kommt direkt in der Diözese Masaka an. Fast in jedem Jahr fliegen Mitglieder der beiden Missionskreise nach Uganda, um den Fortschritt der Projekte zu kontrollieren und um weitere Notwendigkeiten festzustellen.

Der Missionskreis legt Wert auf Hilfe zur Selbsthilfe und darauf, dass man nicht nur Spenden im Gepäck hat, sondern mit ihnen auch die Nachhaltigkeit gewährleistet wird. Ein Zutun seitens der Bevölkerung ist unerlässlich und wird von den Verantwortlichen eingefordert. Somit können die Spendengelder auch zu 100 Prozent weitergegeben werden, ohne dass sie unnötig in Verwaltungsapparaten hängen bleiben.


Neue Perspektiven


Durch die Großzügigkeit und Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helfer konnte der Missionskreis Adelsdorf bisher viele Projekte erfolgreich abschließen und so den bedürften Menschen neue Perspektiven geben.

Große Unterstützung erfährt das Team, durch das enorme Engagement und das ehrliche Interesse von Pfarrer Thomas Ringer. Er selbst hat sich 2015 und 2017 mit auf den Weg nach Uganda gemacht, um die Missstände in der Bevölkerung aber auch die Nöte seiner Mitbrüder persönlich in Augenschein zu nehmen. Er organisiert Hilfsgütern und Spendengeldern weit über die Pfarreigrenzen hinaus.


Hilfe für Kaffeebauern


Derzeit wird eine Entbindungsstation in der Pfarrei Busagula aufgebaut. So bekommen Frauen die Möglichkeit, ihr Kind mit medizinischer Betreuung zur Welt zu bringen. Auch wird ein Mindestmaß an Hygiene zur Verfügung gestellt, um so die Kindersterblichkeit zu verringern. Das Adelsdorfer Team hat auch einen großen finanziellen Beitrag geleistet, um die Kaffeekooperative voranzubringen. Bei Schulungen lernen die Landwirte, ihre Kaffeepflanzen und die daraus gewonnene Ernten zu besseren Preisen anbieten und verkaufen zu können.

Fast seit Beginn organisiert der Missionskreis ein Fastenessen und den Verkauf von selbst gebackenem Osterbrot. Der gesamte Erlös ist für Uganda gedacht. Gunda Geier, die gute Seele des Pfarrzentrums, bietet an jedem Pfarrfest an ihrem Stand Waren aus den Missionsländern an.


Der weite Weg zur Wasserstelle


Das Jubiläumsjahr will der Missionskreis bewusst dazu benutzen, um auf die Problematik der Trinkwasserversorgung in Uganda hinzuweisen. Vor allem Kinder und Jugendliche müssen oft zu Fuß kilometerlange Wege auf sich nehmen, um Trinkwasser für die Familien von einer Brunnenstation zu holen. Ein Schulbesuch oder andere Bildungsmaßnahmen werden dadurch massiv eingeschränkt.
Alle Spenden aus den Aktionen des Jubiläumsjahres sind ausschließlich für die Neuschaffung von Brunnen und Zisternen gedacht. Ein Brunnen kostet etwa 1200 Euro - und die Motivation des Teams ist riesig, möglichst viele bauen zu lassen.

Ein Höhepunkt des Jubeljahres wird am Sonntag 6. Mai, um 16 Uhr ein Festgottesdienst in St. Stephanus, zelebriert von Erzbischof Ludwig Schick und John Baptist Kaggwa, Bischof der Diözese Masaka, sein. Im Anschluss findet im Garten des Pfarrzentrums (bei schlechter Witterung im Pfarrzentrum) die Jubiläumsfeier mit der gesamten Bevölkerung statt. Für Spenden steht ein hungriges Spendenkörbchen bereit.


Gertrud Stubenvoll seit zwölf Jahren an der Spitze


Gertrud Stubenvoll ist seit zwölf Jahren Vorsitzende des Missionskreises. "Schon in meiner Schulzeit habe ich gerne Gruppenstunden für Jugendliche geleitet", erzählt sie. Dann habe sie sich für die Vorbereitung und Durchführung von Jugendgottesdiensten interessiert. "Aber im Laufe der Zeit hat es mich immer mehr zur Missionsarbeit hingezogen. Durch meinen Mann Markus bin ich dann zum Missionskreis gestoßen. Er war Gründungsmitglied."

Das Fastenessen habe sie schon immer gerne am Herd unterstützt, sie komme ja aus der Gastronomie, so die Vorsitzende weiter. Seit 25 Jahren sei sie nun schon Mitglied im Missionskreis. "Durch unsere ehrenamtliche Arbeit konnten wir schon viel bewegen und Menschen in Armut eine bessere Zukunft ermöglichen." Als Maria Müller, die 1998 Margot Keil an der Vereinsspitze abgelöst hatte, vor zwölf Jahren bekanntgab, dass sie etwas kürzer treten möchte, habe sie gerne das Amt übernommen, "wohlwissend, dass ich ein erfahrenes und hilfsbereites Team im Rücken habe".


Helfen gibt ein gutes Gefühl


2015 und 2017 war Stubenvoll in Uganda, ebenfalls zweimal beherbergte sie in Adelsdorf Father Peter und Father Aloysius aus Uganda. "Wenn man sich engagiert, bekommt man viel Dankbarkeit und auch Anerkennung zurück", betont die Vorsitzende. Außerdem könne man seine Stärken im ehrenamtlichen Engagement bestens einbringen. Ein Zitat von Jakob Ternay diene ihr schon lange als Vorbild: "Es gibt kein besseres Mittel, die eigenen Kümmernisse zu vergessen, als sich um das Wohl der anderen zu kümmern."

Es gebe noch so viel zu tun, weiß Gertrud Stubenvoll, jede Hilfe sei willkommen. Die katholische Kirchenstiftung St. Stephanus habe ein Spendenkonto eingerichtet (IBAN: DE 44 7636 0033 0003 2088 18