Die Müllsortierung war früher wesentlich einfacher als heute. Unterschieden wurde lediglich zwischen drei Sorten: Haus-, Gewerbe- und Sperrmüll. Wer heute mit einem Kofferraum voller Sachen, die nicht mehr gebraucht werden, den Wertstoffhof in Medbach ansteuert, sieht sich einer Fülle von Containern und Behältnissen gegenüber. Ohne den Rat und die Hilfe des freundlichen Personals wäre mancher überfordert, seinen Kofferrauminhalt der jeweils richtigen Abfallkategorie zuzuordnen.

Seit Dezember gibt es schon wieder neue Regeln. So muss jetzt beispielsweise der ausrangierte Drucker aus dem heimischen Büro in den gleichen Container, in dem bereits Waschmaschinen, Trockner und Elektroherde lagern. Notebooks und Tablets werden neuerdings in Medbach in einer separaten Gitterbox gesammelt.

Unterschieden wird nun auch bei Lampen.Will man sich von einer kleinen Nachttischleuchte trennen, muss sie in einem anderen Container entsorgt werden als die Stehlampe aus dem Wohnzimmer.

Eine neue Vorschrift für Elektroschrott ist eigentlich ganz einfach - die Unterscheidung zwischen Klein- und Großgeräten. Auf die wird in Medbach jetzt genau geachtet. In die Kategorie Kleingeräte gehören alle Teile, deren äußere Abmessungen nicht mehr als 50 Zentimeter betragen. Darunter fällt die Nachttischleuchte. Die mehr als 50 Zentimeter hohe Stehlampe gilt als Großgerät, zu denen unter anderem auch Geschirrspüler, über 50 Zentimeter breite Mikrowellen, große Lautsprecher, Elektro-Rasenmäher und Solarien ohne Röhren gehören. Die Röhren fallen in die Sammelgruppe Lampen, in der alle Arten von Leuchtmitteln richtig aufgehoben sind.

Für alles unter 50 Zentimeter gibt es auf dem Wertstoffhof in Medbach den Container Kleingeräte. Hier finden sich dann Telefone, Radios, elektrische Zahnbürsten, Mixer, Toaster und kleine Drucker.

Die neuen Sammelgruppen fordern nicht nur die Anlieferer, sondern auch das Personal. "Wir müssen ständig hinterher sein und darauf achten, dass sich die Leute an die neuen Vorschriften halten", sagt ein Mitarbeiter, als er gerade noch verhindert, dass ein Ventilator und ein Hochdruckreiniger im Kleingeräte-Container landen.

Wie das Bundesumweltamt mitteilt, soll mit der Änderung des Gesetzes "über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten" (kurz: ElektroG) sichergestellt werden, "dass mehr Altgeräte im Recycling landen".

Jürgen Schnieber vom Abfallzweckverband Erlangen/Erlangen-Höchstadt, der den Wertstoffhof in Medbach betreibt, versichert, dass alle Geräte in einer zertifizierten Erstbehandlungsanlage landen. Dafür sorge die von Herstellern und Verbänden gegründete Stiftung Elektro-Altgeräte Register.