Die Autobahn auf der einen, Müllplatz mit Wertstoffhof und Kompostieranlage auf der anderen Seite: Die Bürger im Höchstadter Ortsteil Medbach müssen einiges erdulden, zumal der Hauptverkehr zu den Entsorgungseinrichtungen mitten durch den Ort rollt.

Jetzt steht die Verbreiterung der A3 an. Die wird von vielen schon sehnsüchtig erwartet, bekommt Medbach doch dann eine Lärmschutzwand. Insgesamt 1060 Meter soll diese Wand lang und sechs Meter hoch werden.


Teilweise als Erdwall

Auch für den Ortsteil Etzelskirchen ist mit dem Autobahn-Ausbau ein 980 Meter langer Lärmschutz geplant. Der wird teilweise als Erdwall ausgeführt, teilweise auch als Wand.

Weil sich inzwischen gegenüber der ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2015 einige Veränderungen ergeben haben, wurde die Stadt Höchstadt im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch einmal gehört. Der Stadtrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung den Planänderungen zu, "da sich für die Stadt keine negativen Auswirkungen ergeben".

Im Gegenteil: Die Planer wollen jetzt die Lärmschutzwand für Medbach auf einer Länge von 370 Metern "transparent ausbilden". Beginnend an der Aischbrücke, über den gesamten Dammbereich bis hinter die Flutbrücke soll der Lärmschutz durchsichtig werden. Neben einer Verbesserung für den Autofahrer - die "optisch einengende Wirkung" wird verringert - soll sich der transparente Lärmschutz auch gefälliger in die Landschaft einbinden.


Mit der Autobahn kein Problem

Fast alle Medbacher hätten den Lärmschutz lieber heute als morgen. Es gibt da aber auch ein junges Ehepaar, das auf die Lärmschutzwand gut verzichten könnte. "Wir haben mit der Autobahn kein Problem", sagt die Frau, die aus Medbach stammt und hier aufgewachsen ist.

Mit ihrem zugezogenen Ehemann kaufte sich die Familie das Grundstück im Ort, das die geringste Entfernung zur A3 hat. "Wir haben genau gewusst, worauf wir uns einlassen", sagt der Mann. Sie sind den Verkehrslärm gewohnt und stören sich auch nicht daran. Wohl wissend, dass ihre Einstellung kaum jemand in Medbach teilt.

Wenn jetzt die Verbreiterung mit der Lärmschutzwand kommt, werden sie nicht nur den Verkehrslärm vermissen. "Für uns ist die A3 auch ein Fernsehprogramm", sagt der Familienvater. Man schaue oft einfach zu, was da alles über die Autobahn rollt. Mannschafts- und Fanbusse des FC Bayern und anderer Vereine, Sportautos und die unterschiedlichsten Lastwagen. Besonders beeindruckend sind nachts die auffällig beleuchteten Schwertransporte. Für die beiden am Ortsrand von Medbach gilt die Devise: "Lieber die Autobahn, als einen Nachbarn, der von früh bis abend nervt."


Ein Fahrstreifen mehr

Gegenüber der ursprünglichen Planung um 3,5 auf 25,5 Meter verbreitert wird die Unterführung der B 470. Unter der A3 soll auf der Bundesstraße ein zusätzlicher Fahrstreifen angelegt werden, um die Verkehrssituation an der Ausfahrt Höchstadt-Ost zu entzerren.

Nicht verbreitert wird auf Wunsch der Stadt Höchstadt die Geh- und Radwegunterführung zwischen Kieferndorf und Etzelskirchen. Der Ausbau dieser Gemeindeverbindungsstraße ist nicht vorgesehen.

Die Verbreiterung der A3 auf sechs Spuren zwischen Höchstadt-Nord und Klebheim soll 2019 beginnen und bis 2024 abgeschlossen sein.