Eine Woche lang war Hannover Gastgeber der Nationalen Sommerspiele für Menschen mit geistiger Behinderung. Insgesamt 4800 Athleten gingen in 18 Sportarten an den Start. Hannover erlebte damit eine der größten Sportveranstaltungen in Deutschland mit Olympiafeeling pur - vom Entzünden des Feuers und dem Hissen der Olympiafahne bei der Eröffnungszeremonie bis zur Schlussfeier.

Mit dabei waren Tobias Schüpferling und sein Trainer Walter Schobel vom ASV Niederndorf. Schüpferling ging im Badminton zum ersten Mal bei den nationalen Spielen im Einzel und im Herrendoppel an den Start und wurde zweifacher Goldmedaillengewinner. Er konnte sich von Tag zu Tag steigern und war nach drei langen, anstrengenden Wettkampftagen - jeweils von 9 bis 17 Uhr wurde gespielt - mit seiner Leistung sehr zufrieden.

Trainer Schobel gelang es immer wieder, Schüpferling auf seine Spiele und seine Gegner vorzubereiten sowie ihn neu zu motivieren, bis an seine Grenze zu gehen. Schobel formte aus Schüpferling und seinem Badminton-Partner Andrej Lamert von der Lebenshilfe Braunschweig ein Doppel. Und obwohl die beiden nicht die Möglichkeit hatten, vor dem Wettkampf miteinander zu trainieren, waren sie eine Klasse für sich und begeisterten mit ihrem Spielverständnis und ihrer Harmonie. Zurecht bekamen sie immer wieder Szenenapplaus.

Die Spiele in Hannover waren eine tolle Veranstaltung, geprägt von einer ausgelassenen Stimmung, die in der ganzen Stadt zu spüren war, mit vielen Zuschauern und sehr guten Gastgebern - wo dürfen sonst die Fußballer ihre Spiele im Stadion einer Bundesligamannschaft austragen?

Bei den Wettkämpfen der Special Olympics geht es um mehr als um Gewinnen, es geht auch um Teilhabe - und deshalb stellen sie einen wichtiger Baustein für eine inklusive Gesellschaft dar. Schüpferling war sich mit seinen Badmintonfreunden nach den Siegerehrungen einig: "Bei den nächsten Spielen bin ich wieder dabei!"