Wenn's läuft, dann läuft's. Und wenn nicht, dann sollte man die Karten am besten aus der Hand legen. Es gibt Tage, da klebt einem Schafkopfer schlicht das Pech an den Fingern. Peter Kinner zum Beispiel war so ein Pechvogel. 33 Punkte in der ersten Runde, das war der vorletzte Platz unter 76 Teilnehmern. Und in der zweiten ging's auch nicht besser.

Aber ein Grund zum Ärgern war das noch lange nicht. Denn allen hat's richtig Spaß gemacht beim Kartelturnier des FCN-Fanclubs "Frankenpower" am Altstadtfest. Auch dem Peter, der aus Bergisch Gladbach angereist war und für sein Abschneiden einen Ring Stadtwurst als Trostpreis erhielt.

Zum siebten Mal schon hatte der Verein während des Altstadtfests zum Wettkampf mit Solo, Wenz und Geier geladen. Und verzeichnete mit 19 Tischen Rekordbeteiligung. Damit sei man dem Ziel, es auf 20 Tische zu bringen, schon sehr nahe gekommen, sagte Erster Vorsitzender Elmar Amling. Bisher waren es meist so zwischen zehn und 15. Amling freute sich auch, dass der Fanclub bei der offiziellen Eröffnung des Fests am Freitagabend genannt wurde. So langsam sei man aufgenommen im Reigen der Vereine. Wer weiß, vielleicht macht die Stadt ja künftig mit und unterstützt das Turnier als offizielle Altstadtfest-Meisterschaft im Schafkopf. Verdient wäre es.

2007 war ein gutes Jahr

Mit dem Fanartikelstand feierte "Frankenpower" ein kleines Jubiläum. Man war diesmal zum zehnten Mal dabei. Amling erinnert sich noch an das erste Mal. Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 wollte man sich einfach mal dem Publikum präsentieren, das zahlreich aus aller Welt nach Herzogenaurach kam. Immerhin hatte ja die Mannschaft der Argentinier ihr Quartier im Herzogspark bezogen. Und das habe so viel Spaß gemacht, dass man dabei blieb. Im zweiten Jahr folgte dann auch schon das zweite Highlight. Da feierten die Clubfans am Altstadtfest den frisch gebackenen Pokalsieger 1. FC Nürnberg.

Am Stand werden Fanartikel angeboten. Was geht am Besten? wollten wir wissen. "Des Gschmarri vo die Leid", antworte Amling. Denn natürlich gibt's auch immer mal Spötter, die nach einem Bayerntrikot fragen. Da stehen die Clubberer drüber, und lassen beim Turnier sogar Fans des Lieblingsgegners aus Fürth mitspielen. Der Heiner Kaltenhäuser beispielsweise ist gern gesehener Teilnehmer. Er hat diesmal Platz 43 erkartelt.

Der Spitzenplatz war beim Turnier 2015 heiß umkämpft. Erstmals lagen die ersten fünf Plätze jeweils nur einen einzigen Punkt auseinander. Mit 199 Punkten gewann Heinrich Hesel aus Erlangen, gefolgt von Robert Engelmann aus Aurachtal (198) und Harald Roth aus Untermembach (197). 196 Punkte schaffte Manfred Gumbrecht aus Herzogenaurach und Fünfter wurde der Bamberger Günther Müller (195).

Blase vom Mischen?

Besonders heftig gemischt hat Helmut Kern aus Niederndorf. Zumindest behauptete er das, zeigte seine offene Blase an der Hand und hatte die Lacher auf seiner Seite. Natürlich war der wahre Grund für die Blase ein anderer: Gartenarbeiten am Tag zuvor. Aber auch mit Blase hat Kern erfolgreich gekartelt. Er wurde letztlich mit 175 Punkten Achter.

Für die Ersten hat sich der Einsatz von zehn Euro richtig gelohnt. 200 Euro, gestiftet vom Karnevalsclub, in dessen Zelt das Turnier stattfand, gab's für den Ersten, einhundert Euro für den zweiten. Vorjahressieger Hans-Peter Grimm aus Herzogenaurach schloss diesmal auf dem zwölften Platz ab. Bekommen hat er dafür bei der von Siggi Reinhardt moderierten Siegerehrung einen Regenschirm.