Ein ganz besonderes Thema haben sich die Krippenfreunde in diesem Jahr für ihren Kurs einfallen lassen. Dafür haben sie den Beginn des Krippenbaukurses sogar in den Sommer vorverlegt, weil er sich hauptsächlich mit dem Werkstoff Pappmaché befasst. Besonders Geländeformationen werden aus Pappmaché in rund drei Zentimeter Stärke modelliert.

Und diese trocknen nun mal im Sommer bei Sonne und Wind besser, als im Herbst. Dadurch lassen sich relativ stabile aber auch leichte Formationen herstellen.Besonders in Verbindung mit Kastenkrippen, die einen Blick durch einen Bilderrahmen auf die Szenerie erlauben, wirken diese Geländeformationen. Außerdem können Kastenkrippen als Wechselkrippen für verschiedene Szenen oder kirchliche Feste dienen.

Alles in einem Zug modellieren

Für die Pappmachémasse mussten die Kursteilnehmer im Vorfeld gebrauchte Eierkartons zerkleinern. Diese wurden dann rund zwei Stunden in Wasser eingeweicht, ausgepresst und mit Tapetenkleister versetzt. Daraus entsteht dann die Modelliermasse. Das Gelände für Krippenszenerie lässt sich daraus in einem Zug modellieren.
Für Lukasch ist auch ein wichtiger Aspekt, dass mit der Verwendung von gebrauchten Eierkartons die Ressourcen der Natur geschützt werden. Die getrocknete Kulisse wird dann mit Schlämmkreide lasiert, um einen möglichst natürlichen Eindruck zu erhalten.

Eine Teilnehmer des Krippenbaukurses hat sich daraus eine gestaffelte Form geschaffen, die ihr Vorbild in einer Weihnachtspyramide aus Grulich im Sudetenland hat. Dort wurden spezielle Krippen gebaut, die jetzt auf dem Antiquitätenmarkt sehr gute Preise erzielen. Typisch für diese Krippen sind die bunten Halsbänder der Schafe, erzählt Lukasch. In der Werkstatt in der Haundorfer Schule sitzt Manfred Lukasch, Vorsitzender der Krippenfreunde Herzogenaurach mit Pinsel und einem Malerstock vor einem Panorama, das Betrachter sofort an das Heilige Land erinnert. Zum Malen benötigt man eben mehr Ruhe, ist Lukasch der Überzeugung, deshalb hat er die Staffelei in der Werkstatt in Haundorf aufgebaut.

"Eine Krippe ohne Kulisse wirkt nicht", sagt der Krippenbaumeister. Als Untergrund dient ihm eine Platte aus Resopal. Die biegsame Platte wird nach der Fertigstellung in ein halbrundes Holzgestell eingepasst und umfängt dann die Krippe, die Lukasch für sich selbst gebaut hat. Die Krippenbauschule, an der Krippenbaumeister seit vier Jahren ihren Abschluss machen können, ist inzwischen an die Fachschule für Holz in Garmisch angegliedert, wo auch Bildhauer, Schreiner und Holz-Designer ausgebildet werden.

Am kommenden Samstag geben die Krippenfreunde Herzogenaurach beim Tag der offenen Werkstatttür einen Einblick in ihre Arbeit und Manfred Lukasch gibt gerne Auskunft über die Arbeit mit Pappmaché.