Die Weisendorfer waren auch unterwegs, um die Kinder kennenzulernen, für die die Weisendorfer eine Patenschaft übernommen haben, und um die Schulpatenschaft weiter zu festigen. Im Nagaland wurden Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) mit seiner Gattin Claudia, Josef Nimmmerrichter, das Ehepaar Amanda und Heinrich Schmidt von der Pfarrei St. Josef sowie Helmut Stinshoff von der evangelisch-lutherischen Gemeinde und das Ehepaar Ernst und Anita Klimek sowie Schulleiterin Petra Pausch von Pater Samuel Elow bereits erwartet. Er begleitete die neunköpfige Delegation aus Weisendorf im rund 900 Meter hoch gelegenen Sechü Zubza.
Wie aus Zubza berichtet wird, gab es nach dem Sonntagsgottesdienst Begrüßungslieder der Freunde aus dem Nagaland. Anschließend ging es zur Hauseinweihung von Boscohome 12, dem Baierl-House. "Spenden statt schenken", ein Aufruf der Weisendofer Zubzas, bewirkte die Finanzierung eines weiteren Hauses. Dies war für Roland Baierl und seine Familie und Freunde anlässlich seines 60. Geburtstages sehr wichtig. Mit dem Erlös konnte in den vergangenen sechs Monaten ein einfaches Haus aus Ziegelsteinen errichtet werden. Freunde und Bekannte packten tatkräftig beim Bau mit an. Die arme Familie mit Vater Justin, Mutter Margeret und Tochter Agnes wartet schon seit Wochen auf die Segnung und Weihe, um dann endlich einziehen zu können. Das einfache Haus hat lediglich drei Zimmer und eine Küche. Sanitärausstattung gibt es ebenso wenig wie eine Toilette.


Ersatz für eine Bambushütte

Bürgermeister Heinrich Süß durfte das rote Band durchschneiden. Ernst Klimek überreichte dem sichtlich strahlenden Vater den Hausschlüssel. Vater Justin und seine Frau Margeret führte die Delegation anschließend in die von ihnen vorher bewohnte Bambushütte. Die meist undichten Seitenwände sind mit Zeitungspapier notdürftig gegen Wind und Wetter abgedichtet. Diese Hütten halten meist nur zwei bis Jahre. Für die Weisendorfer unvorstellbar, wie hier in den Wintermonaten bei zwei bis fünf Grad jemand leben und wohnen kann. Die Familienangehörigen überraschten anschließend das Zubza-Team mit der Übergabe zahlreicher Geschenke wie dem Zubza-Schal und einem lebenden Huhn für Pater Joseph.
Am dritten Tag der Reise stand ein Besuch der Schule auf dem Programm, die mit den Spenden aus Weisendorf vor zwei Jahren in Peducha eröffnet wurde. 156 Kinder der Klassen 1 bis 5 aus den weit verstreuten Ortschaften in den Bergen nehmen den täglichen mühseligen Weg auf sich. Sie kommen zu Fuß über Trampelpfade und Abkürzungen über Stock und Stein. Deshalb kann der Fußweg bis zu einer Stunde dauern. Die armen Familien in der Region um Zubza haben nicht immer die Möglichkeit, ihren Kindern ein Frühstück zu geben. So wird auch hier eine große Anzahl der Kinder verköstigt.
Der herzliche Empfang der Eltern, Kinder und Lehrkräfte mit Blumenstrauß und Geschenken bewegte die Weisendorfer sehr. Tief beeindruckt von der Lebensfreude und der Disziplin der Kinder, den Gesängen, Tänzen und den schauspielerischen Talenten bedankte sich Bürgermeister Heinrich Süß anschließend bei den zahlreichen Gästen für den herzlichen Empfang und den zahlreichen Darbietungen.
Auch an diesem Projekt werde deutlich, wie notwendig die Hilfe ist und dass mit der Unterstützung aus Weisendorf einen wichtiger Beitrag geleistet werde, dass diese Kinder eine bessere Zukunft bekommen. Ein Thema, mit dem sich die Zubzas noch beschäftigen wollen, ist die Aus- bzw. Fortbildung der Lehrkräfte, so dass diese über pädagogische, psychologische und medizinische Grundkenntnisse verfügen und so für ihre verantwortungsvolle Arbeit besser gerüstet sind.