Der Bus soll eine Lücke im ÖPNV-Netz schließen, wurde aber von Christiane Kolbet (Grüne) am Ende vehement abgelehnt. "Es soll auf Teufel komm raus mal wieder was gekauft werden und wir beschließen das, damit einige Leute zufriedengestellt werden", warf die Gemeinderätin Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) vor.
Eingangs der Diskussion erklärte sich Kolbet zwar grundsätzlich einverstanden, kritisierte aber den Betrag von 35 000 Euro, der nach ihren Recherchen viel zu niedrig angesetzt sei. Auslöser der Diskussion war ein Antrag des Behindertenbeauftragten Gerhard Freunscht zur Beschaffung eines barrierefreien Bürgerbusses. Dazu hat der Seniorenbeirat bereits ein Fahrer-Pool gebildet, ähnlich der Nachbargemeinde Heßdorf, die erfolgreich einen Bürgerbus einsetzt.


Für Gehbehinderte geeignet

Bei Fahrten des Seniorenbeirates wird bislang der Kleinbus eines externen Unternehmens angemietet. Kolbet ging davon aus, dass ein Bus beschafft werden soll, im dem auch Rollstuhlfahrer samt Rollstuhl befördert werden sollen. Dies stellten der an der Sitzung teilnehmende Behinderten-Beauftragte und der Bürgermeister aber richtig. Es gehe um gehbehinderte Personen mit Rollator oder einem Faltrollstuhl.
Der bisherige Kleinbus, den auch die Hausmeister benutzen, um Schulkinder zu transportieren, wird ausgetauscht, wurde schon bei einer vorausgehenden Sitzung beschlossen. Nach Meinung von Kolbet reiche ein Bus, man brauche keine zwei oder drei Busse in der Gemeinde, und der Seniorenbeirat könne auch auf einen Bus des Kreisjugendringes zurückgreifen. Auch dass das Amt für Freizeit und Kultur ("die brauchen keinen Bus") mit der Organisation und Vergabe des Busses beauftragt werden soll, ist der Gemeinderätin ein Dorn im Auge. Der Bus soll außerdem auch den Vereinen zur Verfügung gestellt werden.
In der Diskussion brachte Kolbet dann eine Reihe von Gegenargumenten, die von den Zuhörern mit Kopfschütteln verfolgt wurden. "Ab dem Jahr 2017 fahren die Busse alle 30 Minuten und mir erschließt sich nicht, welche Lücken geschlossen werden sollen", kritisierte sie. Außerdem stehe der Bus in Konkurrenz zum ÖPNV und für den Fahrer sei ein Personenbeförderungsschein notwendig.
"Auch mit dem neuen Fahrplan ist, insbesondere in den Ortsteilen, nicht überall eine Haltestelle und auch nicht direkt am Supermarkt", erklärte der Bürgermeister. Jutta Kattner (UWG) wies darauf hin, dass der Bus über spezielle Haltgriffe und eine Einstiegshilfe verfügen muss und sich dadurch von normalen Kleinbussen um einiges unterscheide.
Die übrigen Punkte der Sitzung waren dann relativ schnell abgehandelt. So beantragte die Freiwillige Feuerwehr Oberlindach einen Zuschuss für eine neue Küche. Die Kosten belaufen sich auf knapp über 3000 Euro. Da die Küche nicht ausschließlich von der aktiven Mannschaft benutzt wird, schlug der Bürgermeister vor, dass sich die Feuerwehr mit 25 Prozent an den Kosten beteiligt, die Gemeinde 2400 Euro übernimmt und die Küche in das Eigentum des Marktes Weisendorf übergeht.
Um eine neue Küche ging auch beim Antrag der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde für die Kindertagesstätte. Die Kostenschätzung beläuft sich inklusive Umbau auf über 21 400 Euro. Der Markt Weisendorf beteiligt sich mit 50 Prozent der nachgewiesenen Investitionskosten. Zu den beiden Punkten gab es keine Diskussion und jeweils Zustimmung.