Schon... hicks... wieder... hicks... dieser... hicks... Schluckauf, der... hicks... nervt vielleicht! Und dann kommt er auch noch immer genau dann, wenn es um einen herum ganz still ist - in Klassenarbeiten zum Beispiel. Das ist Leonhard bestimmt auch schon mal passiert, so dass er jetzt wissen will, was das soll.

Aber stellt euch vor: Das weiß bis heute keiner so genau! Nicht mal der Arzt Frank Waldfahrer. Immerhin weiß er aber, wie so ein Schluckauf abläuft. Das nervige Hicksen entsteht nämlich immer dann, wenn sich unser Zwerchfell schnell zusammenzieht.

Wenn sich das Zwerchfell zusammenzieht, atmen wir ein

Das Zwerchfell ist eine leicht nach oben gebogene Muskelplatte. Es trennt unsere Lunge von unserem Bauch, aber vor allem brauchen wir das Zwerchfell zum Atmen: Wenn es sich zusammenzieht, wird es flacher und die Lunge wird nach unten gezogen. Deshalb muss mehr Luft rein - wir atmen ein. Dann entspannt sich das Zwerchfell wieder. Die Lunge wird kleiner - wir atmen aus.

Manchmal zieht sich das Zwerchfell aber auch einfach so zusammen und zwar viel schneller als beim Atmen. Dann wird auf einmal ganz viel Luft in die Lunge gesaugt. Diese Luft muss erstmal durch die Luftröhre durch - und durch die Stimmritze. Das ist eine Art Zange um die Luftröhre. Wenn wir atmen, ist die Stimmritze weit offen. Wenn wir sprechen, bleibt nur ein kleiner Spalt geöffnet. Und wenn wir flüstern, kommt fast gar keine Luft mehr durch.

Bei Schluckauf schließt sich die Stimmritze

Bei Schluckauf schließt sich die Stimmritze ganz. Aber weil die Lunge die Luft so stark ansaugt, strömt noch bis zur letzten Sekunde Luft hindurch. Und das ist wie bei einer Tür, die kurz vor dem Zufallen ist: Die durchströmende Luft macht ein Geräusch. Hicks.

Für Babys, die noch im Bauch ihrer Mama sind, ist dieser Schließmechanismus ziemlich wichtig: Sie müssen einerseits atmen üben, schwimmen aber andererseits im sogenannten Fruchtwasser, das die Babys vor Stößen schützt.. Würden sie einfach so atmen, würden sie ertrinken. Deswegen schließt sich ihre Stimmritze, wenn sie Atemübungen machen, so dass das Wasser draußen bleibt.

Wenn wir Stress haben, ist der Zwerchfellnerv gereizt

Für uns Ältere hat der Schluckauf aber keinen Sinn mehr. Deswegen vermuten Ärzte, dass man nur dann Schluckauf bekommt, wenn der Nerv, der dem Zwerchfell Anweisungen gibt, gereizt ist. Das kann passieren, wenn wir zu schnell schlucken, zu scharf essen oder sogar, wenn wir Stress haben. Wenn der Schluckauf nicht zu lange dauert, ist das aber nicht gefährlich.

Erst, wenn er länger als einen Tag dauert, solltet ihr zum Arzt gehen. Dann kann es sein, dass ihr eine Krankheit habt, die dem Zwerchfell sagt, dass es sich zusammenziehen soll.

Es gab einen Mann, der hatte 68 Jahre lang Schluckauf!

So war das zum Beispiel bei einem Mann namens Charles Osborne: Er lebte im letzten Jahrhundert und hatte 68 Jahre lang Schluckauf! Das hat ihn bestimmt ziemlich genervt - vor allem beim Einschlafen! Denn der Erlanger Arzt Frank Waldfahrer sagt, dass man sich mit der Zeit an Schluckauf gewöhnt - und irgendwann sogar hicksend schlafen kann. Nur mit dem Einschlafen ist es schwierig, weil der Schluckauf einen immer wieder aus dem Halbschlaf reißt.

Was aber tun, wenn so ein Schluckauf genau dann kommt, wenn man eine Klassenarbeit schreibt oder schlafen will? Oft hilft es, ganz langsam ein und aus zu atmen, bis er wieder weg ist.

Wenn euch das schwer fällt, könnt ihr euch aber auch ablenken. Man atmet nämlich ruhiger, wenn man ganz fest über etwas nachdenkt. Stellt euch doch beim nächsten Schluckauf mal etwas ganz Schönes vor. Oder sieben Männer mit Glatze. Ihr könntet es aber auch mit der Mathe-Aufgabe probieren, die vor euch auf dem Tisch liegt - zumindest in der Klassenarbeit.