Schon seit längerem gibt es im Haus der Vereine in Höchstadt Probleme mit der Heizungsanlage. Obwohl man von einer Heizungsanlage, wie man sie sich für ein Haus mit Klassenzimmern und Vereinsräumen vorstellt, eigentlich nicht so richtig reden kann. Denn in den 18 Räumen des Gebäudes in der Kerschensteinerstraße sorgt keine Zentralheizung für Wärme, sondern elektrische Heizstrahler. Und das nur minder zuverlässig und schlecht regelbar.

Dass die in die Jahre gekommenen Geräte ausgetauscht werden müssen, darauf hat Michael Ulbrich, Schulleiter der Ritter-von-Spix-Mittelschule und Stadtrat (JL), schon lange gedrängt. Zuletzt in einer Sitzung des Stadtrats im Dezember. Seine Schule nutzt in dem Gebäude, das 2002 als Interimsbau für die Realschule errichtet wurde, elf Räume. Davon acht Klassenzimmer, einen Musikraum, einen Gruppenraum und einen Raum für eine Ganztagesklasse. "Mit den Räumen sind wir zufrieden. Aber es braucht eine vernünftige Heizung mit moderner Steuerung", sagt Ulbrich.


Anschluss liegt schon länger

Gesteuert werden soll künftig, darauf hat sich der Stadtrat geeinigt, eine Anlage, angeschlossen an die Hackschnitzelheizanlage gleich unterhalb der Straße. Ende 2010 wurde diese von der Stadt in Betrieb genommen. Der Anschluss in das Haus der Vereine liegt schon seit längerem. Wo ist also das Problem?

Der Stadtrat hat einen Beschluss noch einmal aufgeschoben. Grund: Fast 34.000 Euro hatte das Ingenieurbüro, das die Stadt beauftragen wollte, für seine Planungen veranschlagt. Zusätzlich zu den eigentlichen Kosten der Heizung von geschätzt 150.000 bis 160.000 Euro.

Die Planungskosten waren einer knappen Mehrheit im Stadtrat zu viel. Es wurde beschlossen, dass die Stadt selbst eine Ausschreibung macht, ohne Planer. Ein fachkundiges Unternehmen, so der Tenor, müsse das doch auch hinbekommen. Anstatt des Projektplaners muss dann die Stadt den Bau beaufsichtigen.

Das sei der Sachstand, sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Es werde sich sicher eine Firma finden, die die erwartete Qualität liefert. "Bis zur nächsten Heizperiode, im Oktober oder November, wird die Heizung fertig sein", so Brehm.


Die Sicherungen fliegen

Probleme mit den Elektro-Strahlern kennt auch Irina Gerschmann, Leiterin der Kunstschule: "Es ist entweder heiß oder kalt. In der Mittelstellung schalten sie sich ab." Elf der Strahler würden auf einer Sicherung liegen, die überlastet sei und oft fliege. Doch der Bauhof habe erst kürzlich etwas dagegen unternommen.

Peter Lorz, Vorsitzender der Höchstadter Musketiere, die auch einen Raum nutzen, kennt keine größeren Mängel. Die Sicherung fliege höchstens bei großen Treffen, wenn Kaffeemaschinen und Heiztöpfe laufen. Die Hackschnitzelheizung sei aber "sicherlich nicht nur ökologisch viel besser." Viel mehr zu schaffen machen ihm die Eingangstüren. "Die lassen zu wünschen übrig und müssten gemacht werden." Ansonsten sei das Haus "super im Zustand".

Auch Ulbrich sieht das so. Er ist überzeugt, dass man es mindestens zehn bis 15 Jahre weiter nutzen könne. Die Investition in eine Heizung sei nur sinnvoll. Schließlich sei das Haus unabdingbar geworden für die Mittelschule. Ein Neubau würde Millionen verschlingen.

Ulbrich betont, es reiche nicht, "einfach ein paar Heizkörper" einzubauen, wie Stadtrat Franz Rabl (CSU) sagte. Nur eine Steuerung vermeide sinnloses Heizen und ständiges Kontrollieren. Ob mit Planer oder ohne, sagt Ulbrich, er freue sich, dass die Sache im Herbst geregelt sein wird.