Die 25. Reuther Gedächtniswanderung nach Gößweinstein war eine Gemeinschaft mit Freunden im Gottvertrauen, berichtet Alfred Vahrmann von der Reuther Dorfgemeinschaft. So lautete auch das Motto der traditionellen Fuß- und Radwallfahrt der Reuther Dorfgemeinschaft in diesem Jahr: "Mit Freunden den Weg des Vertrauens gehen". Immer auf Gott zu vertrauen, das sei der rechte Weg. Diese Wanderung führte zum 25. Mal über eine 50 Kilometer lange Strecke zur prächtigen Wallfahrtsbasilika der Heiligen Dreifaltigkeit in Gößweinstein.


Anspruchsvoller Weg

Die Wanderung war ein nicht alltäglicher Weg durch die fränkische Heimat mit ein paar inspirierenden Wallfahrtsimpulsen, die 37 Wanderfreunde in lockerer Gemeinschaft annahmen. Auf dem anspruchsvollen Weg im Vertrauen zu Gott wurden die Anliegen, die Sorgen und Nöte, der Wallfahrer und deren Angehörige mitgenommen. Es war für alle wieder einmal ein erhebendes Erlebnis und bekennendes Glaubenszeugnis in der von gottgeschaffenen Natur zu wallen, so die Meinung der Teilnehmer.


Marienkapelle als Ausgangspunkt

Der Ausgangspunkt der Gedächtniswanderung war die Reuther Marienkapelle. Unter dem Schutz der Mutter Gottes und mit Glockengeläut machte sich in der Nacht um 1.30 Uhr die erste Wandergruppe, bestehend aus evangelischen und katholischen Christen, auf den anstrengenden Weg. Durch den Seebachgrund ging es entlang des Dechsendorfer Weihers und dem Main-Donau-Kanals nach Effeltrich. Am frühen Morgen wurde der Gasthof "Zur Linde" erreicht. Nach einer kurzen Rast mit einem opulenten Frühstück und der sorgsamer Pflege der Füße ging es nach Mittelehrenbach am Fuße des "Walberla". Dort fand um 8.30 Uhr in St. Wendelin ein Gottesdienst mit allen Wallfahrern und deren Angehörigen und Freunden statt.
Die Heilige Messe wurde im besonderen Rahmen und Gebetsgedenken an alle Verstorbenen der Ortschaft Reuth vom Weisendorfer Pfarrer Lars Rebhan gelesen. In seiner Predigt spannte er den Bogen vom Beatles Song "Let it be" - "Lass es geschehen", über die Bittgänge und Wallfahrten - Unterwegs zu sein - bis hin zum Vertrauen auf Gott - Lass es einfach gut sein - mit Blick auf den eigenen Lebensweg. Alles Leben und Werden, Wachstum und Gedeihen, liege nicht in unserer Hand.
Nach dem Wallfahreramt war dann im Vereinshaus der Mittelehrenbacher Ortsvereine ein gemeinschaftliches und wohlverdientes Weißwurstessen angesagt. Frisch gestärkt wurde am Nachmittag der schwierigere Teil des Weges mit dem knackigen Anstieg zum Höhenort Wichsenstein bewältigt. Auf dem traditionellen Pilgerweg weiter nach Gößweinstein ist der "Lichtreiche Rosenkranz" ein wesentlicher Bestandteil der Wallfahrt und hilft zur Überwindung der letzten Strapazen. In dieser Gesinnung und Gemeinschaft ist die Begeisterung für ein Zeugnis im Glauben besonders spürbar zu erfahren.
Mit dem Gotteslobgesang "Sei gelobt und hochgepriesen" zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit und dem altfränkischen Mariengruß "Meerstern ich dich grüße" sind alle vorhergehenden Sorgen und leidvollen Strapazen vergessen. Aber die wahrhaftige Freude an diesem besonderen Tag bleibt bei jedem bestehen.
Das gemeinschaftliche Wandern und die offenen Bekenntnisse zum Christ sein werden den Charakter dieser ökumenischen Gruppe weiterhin prägen, und die alten fränkischen Wallfahrtstugenden für die nachfolgende Generation aufrechterhalten. Wer die üblichen Alltagssorgen einmal ablegen und von den Erlebnissen in der Gemeinschaft inspiriert werden möchte, der ist hier besonders gut aufgehoben.