1726 Stimmberechtigte dürfen sich am kommenden Sonntag, 28. Februar, am Bürgerentscheid in Wachenroth beteiligen. Dabei geht es um die Errichtung zweier Windräder auf Gemeindegrund südlich der A3. Nebenan im gemeindefreien Waldgebiet Birkach plant der Projektant ein drittes Windrad.

Der Gemeinderat hatte im Juli vergangenen Jahres mit großer Mehrheit der Windkraft in Wachenroth den Weg geebnet und die Bauleitplanung für zwei Windräder auf den Weg gebracht. Die Räte beschlossen auch, für das große Vorranggebiet, in dem schon die fünf Lonnerstadter Windräder stehen, die so genannte 10H-Regelung nicht anzuwenden.

Gegen diesen Beschluss machte eine Interessengemeinschaft mobil und führte das Bürgerbegehren "Sag ja zu 10H" zu einem Erfolg. Würde die Gemeinde darauf bestehen, dass der Mindestabstand zur Wohnbebauung das Zehnfache der Windradhöhe (10H) betragen muss, könnten an dieser Stelle keine Windräder aufgestellt werden.
Diesem Begehren "Sag ja zu 10H" (auf dem Stimmzettel der "Bürgerentscheid 2") hat der Gemeinderat ein eigenes Begehren entgegen gestellt. In dem "Bürgerentscheid 1" wird der Bürger gefragt, ob er für oder gegen die Aufstellung des Bebauungsplanes "Bürgerwindpark Wachenroth" ist. Da sich theoretisch die Antworten auf die beiden Fragen in den Bürgerentscheiden widersprechen könnten, gibt es noch eine Stichfrage.

Der Stimmzettel am Sonntag in Wachenroth ist damit ähnlich aufgebaut wie der, mit dem im vergangenen Jahr im Landkreis Erlangen-Höchstadt über die Stadt-Umland-Bahn abgestimmt wurde. Damals waren in Wachenroth aber nur 28 Prozent der Stimmberechtigten zu mobilisieren.

Wachenroths Verwaltungsleiter Markus Schramm geht fest davon aus, dass die Beteiligung bei der Windrad-Abstimmung deutlich höher liegen wird. "Aktuell haben wir schon über 260 Briefwähler", verriet er auf Anfrage des FT.

Die höhere Beteiligung ist aber auch nötig. Um überhaupt gültig zu sein, muss das Quorum geknackt werden. Das heißt, es müssen bei einem der beiden Bürgerentscheide mindestens 346 Ja- oder 346 Nein-Stimmen zusammenkommen. Die relative Mehrheit ist davor natürlich Voraussetzung.


Die Wellen schlagen hoch

Wer sich den Stimmzettel in Ruhe zu Gemüte führen will, kann sich noch bis 15 Uhr am Freitag, 26. Februar, im Wachenrother Rathaus die Briefwahlunterlagen abholen. Markus Schramm rechnet damit, dass dann am Sonntag zwischen 19 und 19.30 Uhr das vorläufige Endergebnis der Bürgerentscheide vorliegen wird.

Verwaltungschef Schramm wünscht sich nach der Abstimmung wieder mehr Ruhe in der Gemeinde. Seit Wochen lassen die Windrad-Pläne in Wachenroth und besonders im Ortsteil Weingartsgreuth die Wellen zwischen Windrad-Gegnern und Befürwortern hoch schlagen. Tiefe Gräben haben sich aufgetan. "Es ist nur noch eine Schlammschlacht, und die geht bis Sonntag weiter. Mit der eigentlichen Sache hat das nichts mehr zu tun", stellt Schramm mit Bedauern fest.