Es ist ein Höhepunkt, während der Martini-Kirchweih in Herzogenaurach: Der Ritt von St. Martin durch die Stadt. Wegen der Kirchweih wurde der Laternenumzug, der am Kirchenplatz startete, auf den Sonntagabend vorgezogen.

Im letzten Jahr wurde von der Förder- und Werbegemeinschaft überlegt, aus "Sicherheitsgründen" den Reiter mit seinem Pferd nicht mehr durch die Stadt und den Kindern voraus reiten zu lassen. Die Proteste vieler Eltern veranlassten die Verantwortlichen zum Umdenken. Dass das richtig und im Sinne der vielen Kinder und Eltern war, bewiesen wiederum die Hunderte von Besuchern, die nicht alle neben der Kirche einen Platz fanden.
Was viele nicht wissen: Traditionell ist der Reiter in Herzogenaurach ein "echter" Martin. Seit seinem 18. Lebensjahr ist Martin Feucht auf dem Pferd unterwegs. Der 27-jährige Herzogenauracher ist im restlichen Jahr Ingenieur für Sicherheit und Gefahrenabwehr sowie Brandschutzbeauftragter der Ludwig-Maximilian-Universität in München.

Der Ingenieur für Sicherheit und Gefahrabwehr (Brandschutzingenieur am Klinikum der Universität München) ließ es sich nicht nehmen, das Pferd Rotary mit Holsteinischen Brandzeichen, namhaftes und eingetragenes Turnierpferd der deutschen Turnierliste, selbst zu reiten. Die Freizeitreiterin und medizinische Fachangestellte Gabriele Sehring-Castelli war der Knappe, und als Bettler fungierte erstmals der Wirtschaftsschüler Rezon Krasnig.

Die Eskorte des Reiterhofes bildeten Reitlehrer Roland Staudenmaier, Stefan Mäckl-Kutschera, Wilfried Horstmann und Karina Franke.Die Verbindung zu Herzogenaurach ist trotz des beruflichen Einsatzes in Oberbayern nicht abgerissen. Er ist als langjähriger Reitschüler in der Reitschule Hessenmühle auf dem Reiterhof in Falkendorf, in dem auch Rotary sein zuhause hat, immer noch mit seiner Heimat verbunden.

Verbindende Worte zum Heiligen Martin sprach auf dem Kirchenplatz Gemeindereferent Bernhard Keller, die Bläser der Stadtjugendkapelle unter der Leitung von Norbert Engelmann und Musikerinnen der Musikschule umrahmten die Feier musikalisch.

Bevor "Sankt Martin" auf dem Kirchenplatz seinen Mantel mit dem frierenden Bettler teilte, zog er mit den Kindern durch die Hauptstraße. Die Brezen von Klaus Römmelt waren bei den Kindern heiß begehrt.