Es sind Nachrichten, die bei den Höchstadter Autofahrern nicht gut ankommen dürften. Denn momentan steht auf der Baustelle der neuen Aischbrücke der Zeitplan auf der Kippe.

Eigentlich war geplant, dass die Brücke bis November fertig wird. Von Dezember bis März, wenn dann die Straße für die Erneuerung der Flutbrücke wieder gesperrt wird, sollte der Verkehr wieder rollen. Ob aber nicht vielleicht doch die Brücke den ganzen Winter über gesperrt bleibt, das klärt sich derzeit.


In Verhandlungen

"Wir stehen im Moment in Verhandlungen mit der Firma", sagt Klaus Schwab vom Staatlichen Bauamt Nürnberg, das für den Neubau der Brücke zuständig ist. Von einer Vollsperrung über die Wintermonate könne noch keine Rede sein, versucht Schwab zu beruhigen. "Man sollte die Pferde noch nicht scheu machen, sonst muss man sie wieder einfangen, wenn doch alles klappt, wie geplant." Alles sei offen.

Man bemühe sich, den Rückstand einzuholen. Das Hochwasser und "andere Verzögerungen" hätten dazu geführt, dass man noch nicht so weit sei, wie eigentlich erforderlich, so Schwab. Worum es bei den Verzögerungen genau geht, wollte Schwab nicht sagen. Dabei gehe es auch um vertragliche Details. "Manche Arbeiten sind nicht ganz so gelaufen, wie gewünscht. Wir sind sicher nicht da, wo wir stehen wollten", sagt Schwab.


Witterung ist ausschlaggebend

Verzögerungen und Verhandlungen während Bauarbeiten seien allerdings bei Leibe nichts Ungewöhnliches. "Das ist nichts, was plötzlich auftaucht." Mit der ausführenden Baufirma erörtere man gerade, "wie man den Bauablauf organisieren kann, dass wir den Zeitplan halten können", sagt Schwab. Nicht zuletzt die Witterung sei hier entscheidend.

Zu tun gibt es in den verbleibenden zwei Monaten noch einiges. Derzeit werden die hölzernen Schalungsböcke angebracht. Darauf wird dann die Schalhaut aufgebracht. "Dann sind die Schalungs- und Betonierungsarbeiten des Überbaus geplant", erklärt Schwab. Danach muss der Beton aushärten und die Abdichtung angebracht werden, bevor der Belag aufgebacht sowie Geh- und Radwege angelegt werden können. Zu guter Letzt ist der provisorische Anschluss an die Flutbrücke an der Reihe. Dann könnte der Verkehr wieder rollen.

"Wir sind überrascht", sagt Jürgen Ganzmann, Leiter des Bauamts der Stadt Höchstadt. Er habe noch keine näheren Informationen vom Staatlichen Bauamt erhalten. Nun müsse man abwarten, was bei den Verhandlungen rauskommt. Ganzmann will für nächste Woche einen Termin mit dem Staatlichen Bauamt machen, um die Lage zu besprechen. "Wissen müssten wir es schon", sagt Ganzmann zu der Spekulation, ob die Aischbrücke länger dicht bleibt. Das sei sicher auch davon abhängig, wie hart der Winter wird. "In einem Winter wie dem letzten kann man ja fast durchbauen."

Auch Ganzmann ist gespannt, ob die Aischbrücke noch fertig wird. Alleine das Aushärten des Betons würde mindestens 28 Tage dauern, schätzt er. Warum nicht von Anfang an Aisch- und Flutbrücke zusammen vergeben wurden, verstehe er nicht. "Wir wollten, dass es parallel gemacht wird." Mit Blick auf die ausführenden Firmen hätte es hier "Synergieeffekte" geben können.


Hauptstraße Ende Oktober fertig

Für den Neubau der Flutbrücke ab März 2017 laufe gerade die Ausschreibung, sagt Schwab. Nach der Vergabe werde man sehen, welche Firma für diesen Auftrag das Rennen macht.

Eine gute Nachricht gibt es mitunter von der Baustelle der Stadt auf der Hauptstraße: "Wir werden es wie geplant schaffen. In etwa zwei bis drei Wochen wird man durchfahren können", sagt Ganzmann. Danach werden noch der Brunnenplatz und die Gehwege am Marktplatz und zum Altenheim gemacht.

Wenn dann auch noch die Aischbrücke rechtzeitig fertig wird, kann der Verkehr erst einmal wieder ohne Umweg über Lonnerstadt oder die Schönwetterstraße fließen. Zumindest bis im März die Flutbrücke an der Reihe ist.