Beim Münchauracher Klosterfrühling wurde neben Werken von Dimitrij Schostakowitsch und Wolfgang Amadeus Mozart eine Komposition von Gerald Fink, "Te Deum - Konzert für Orgel und Sreichquartett", uraufgeführt.
Nach Münchaurach gekommen war auch Dieter Kuhn ehemaliger Pfarrer von Münchaurach, der diese Reihe angestoßen hatte, mit seine Frau Ulrike.
Der Kompositionsauftrag wird seit dem Bestehen des Münchauracher Klosterfrühlings jedes Jahr vergeben und unter anderem durch die Unterstützung des Vereins "Kultur Erlangen-Höchstadt e.V." ermöglicht. Es ist bereits der dritte Münchauracher Klosterfrühling, bei dem Gerald Fink auch der musikalische Leiter ist. Der Klosterfrühling hat sich in den Jahren seines Bestehens gut entwickelt, was sicherlich auch auf die Atmosphäre in dem Gotteshaus und nunmehr auch auf die renovierte Kirche zurückzuführen ist.
Ursprünglich war der Kompositionsauftrag für die Einweihung der Kirche nach der Renovierung erteilt worden. Aus unterschiedlichen Gründen ist die Uraufführung nun aber auf den Klosterfrühling "umgezogen".
Für die Komposition des Werkes war ein gutes Jahr nötig, und sie stellte für Fink eine große Herausforderung dar. Seine Tonsprache ist die "Innerlichkeit", sie spiegele auch die Atmosphäre wider, die Fink empfindet, wenn er in der Münchauracher Kirche ist. Das Werk wird laut Fink voraussichtlich nicht mehr aufgeführt. Vielleicht erscheint es im Druck, auf jeden Fall wird es das kleine Archiv bereichern, das bereits mit vier Werken angefüllt ist.
Außergewöhnlicherweise wurde das Te Deum von Fink nur für ein Streichquartett und eine Orgel gesetzt, die auf verschiedene Weise den Choral spielen, während es sonst für Chöre adaptiert wird. Fink selbst spielt den Orgelpart auf der kleinen Chororgel. Dieses Instrument passt von der Akkustik besser zu den Streichern als die große Orgel, ist er überzeugt.
Bezug nehmend auf ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart, das ebenfalls in diesem Konzert aufgeführt wurde, das so genannte "Geburtswehenquartett" verglich Fink sein Werk ebenfalls mit einem Geburtswehenquartett. "Ein bisschen fühle ich mich jetzt so...!", sagte Fink vor der Uraufführung.
Die Musiker des Streichquartetts, die mit ihm in der Kirche musizierten, seien die vier Hebammen. "Es kann einem Komponisten nichts besseres passieren, wenn er solche Mitstreiter findet", würdigte er die Mitglieder des Ensembles Enigma, das sich aus Kea Wolter und Bernd Müller, Violine, Gregor Rajmund Pajak, Viola, und Ralph Krause, Violoncello, zusammensetzt. "Ich hoffe natürlich, dass ihnen meine Musik gefällt", gab der Komponist dem Publikum vor Beginn mit auf den Weg. Beim Festival mit alter und neuer Musik ist alles mit ehrlicher Feder geschrieben, lautete seine Charakterisierung.
Die Komposition wurde von den anwesenden Zuhörern mit Begeisterung aufgenommen, wie ihr Applaus erkennen ließ. Auf dem Programm stand beim Konzert noch das Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110 mit den Sätzen Largo, Allegro molto, Allegretto, Largo und Largo von Dimitrij Schostakowitsch (1906-1975). Der musikalisch Frühbegabte studierte bei Glasunow und Sokolow und lebte in Leningrad. Sein von der europäisch-russischen Tradition geprägter Stil ist nicht frei von populärem Pathos. Entstanden ist das Werk 1960 in Dresden und es ist als Trauerarbeit für die Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht.
Außerdem von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) das Streichquartett d-moll KV 421 (417b) mit den Sätzen Allegro moderato, Andante, Menuetto-Allegretto und Allegretto ma non troppo. Mozart soll der Überlieferung nach dieses Werk seelenruhig während der Geburt seines Sohnes zu Papier gebracht haben.
Mit einem weiteren Konzert werden die hochkarätigen Beiträge fortgeführt. Am 15. Juni findet in der ehemaligen Münchauracher Klosterkirche ein Konzert mit dem Windsbacher Knabenchor statt.