Hält man sich neben dem Sprungturm im Höchstadter Freibad auf, hört man normalerweise aufgeregtes Lachen und das laute Platschen, wenn sich ein Schwimmer zum Sprung überwunden hat. Am Samstagvormittag wichen jedoch die üblichen Geräusche einem Trommelkonzert der besonderen Art.

Das Erwachsenen-Trommelensemble der Musikschule der Fortuna Kulturfabrik veranstaltete zwei Flashmobs - einen auf dem Marktplatz und anschließend einen im Schwimmbad. So kamen sie um 11 Uhr aus allen Ecken des Freibads zusammen, um am Rande des Schwimmerbeckens gemeinsam Musik zu machen. Die Idee des Flashmobs stammte vom Leiter der Musikschule, Gerhard Ge uder. Für die Art der Umsetzung und die Orte entschiedenen sich die Mitglieder gemeinsam.

Das Ziel der Aktion war es, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erlangen. "Viele wissen nicht, dass es uns gibt, oder kennen den Begriff Percussion nicht", erklärt der Leiter Claus Zwanziger. "Wenn man's aber sieht und hört, bekommt man vielleicht auch Lust bei uns mitzumachen."

Zwanziger trommelt bereits seit über 30 Jahren. Er ist gelernter Schlagzeuger und lernte im Laufe seiner Aus- und Weiterbildung besonders das afrikanische Trommeln kennen und lieben. "Mich fesseln einfach die Rhythmen - egal ob brasilianisch oder afrikanisch", erklärt er.

Seit 2006 gibt er in der Realschule und seit 2014 in der Anton-Wölker-Grundschule Unterricht im afrikanischen Trommeln. Vor zwei Jahren entstand in der Musikschule das Trommelensemble für Erwachsene, das der Schlagzeuglehrer leitet.

"Das Trommeln übermittelt einem Lebensgefühl",schwärmt Daniela Köberlein, die bereits von Beginn in der Gruppe dabei ist. Auch Marianne Neuß gehört sozusagen zu den Gründungsmitgliedern. "Ich habe auf der Reha getrommelt und bin über eine Bekannte auf den Kurs gestoßen und wusste sofort: Das ist meins", erinnert sie sich.

Mitmachen kann übrigens jeder, auch der blutigste Anfänger. "Wir lernen alles Schritt für Schritt", berichtet Zwanziger. Das Besondere an dem Trommelkurs ist es, dass man eine Zwölferkarte kaufen kann und so jede Woche selbst entscheidet, ob man kommt oder nicht. Das nächste Treffen der Gruppe ist am zweiten Dienstag nach den Ferien um 20.15 Uhr. Auch zum Schnuppern ist jeder herzlich eingeladen. Susanne Schwab nahm erst drei mal am Unterricht teil und fühlt sich in der Gruppe schon sehr wohl: "Es klingt einfach super. Ich mag diese homogenen, lauten Töne."