Hunderte Gläubiger machen sich an Allerheiligen auch in Höchstadt auf den Weg, um auf dem städtischen Friedhof an der Bamberger Straße der Verstorbenen zu gedenken. Dennoch wird vor manchem Grabstein niemand stehen. Auffallen dürfte auch, dass im Gräberfeld immer mehr Lücken klaffen. Viele Verstorbene haben keine Angehörigen mehr vor Ort. Gräber verwaisen und werden aufgelassen. Hier liegt auch in Höchstadt die Ursache für den aktuellen Trend zur Feuerbestattung.

Der örtliche Bestattungsunternehmer Johannes Riegler kann diesen Trend belegen: "Früher hatten wir 80 Prozent Erdbestattungen, heute liegen wir bereits bei 50:50." Von den drei Sterbefällen, die er am Montag bearbeitete, werden zwei Feuerbestattungen.


72 Nischen schon fast belegt

Städte und Gemeinden haben auf diesen eindeutigen Trend reagiert und schaffen immer mehr Grabstätten für Urnen. Von den neuen 72 Nischen in der Urnenwand auf dem Friedhof an der Bamberger Straße sind schon fast alle belegt. Noch jede Menge Platz hat die Stadt Höchstadt aber auf ihrem neuen Friedhof in Etzelskirchen.

In dem parkähnlichen Gelände gibt es die Möglichkeit, Urnen halb- oder völlig anonym beizusetzen. Da weist dann entweder ein kleines Schild an einer steinernen Stehle darauf hin, wessen Asche in dem umliegenden Feld begraben ist, oder es gibt keinerlei Hinweis mehr auf die in der Grünanlage vergrabenen Urnen.

Johannes Riegler kann den Trend zur Feuerbestattung nachvollziehen. Niemand muss sich später um die Grabpflege kümmern, die Kosten für die Bestattung selbst liegen um 1200 bis 1500 Euro niedriger und auch die Grabgebühr für die nächsten 20 Jahre ist deutlich günstiger.

Um den Wünschen von immer mehr Verstorbenen und deren Angehörigen nachkommen zu können, hat Riegler mit seinem Bestattungsunternehmen für den weitläufigen Etzelskirchener Friedhof die Anlage eines Bereichs für Baumbestattungen beantragt. In biologisch abbaubaren Urnen soll die Asche im Wurzelbereich von Bäumen die letzte Ruhe finden.

Bisher muss er bei solchen Wünschen auf die Friedwälder am Schwanberg oder in Ebermannstadt ausweichen. Etwa 20 seiner Urnen gehen pro Jahr auch in die Schweiz, wo die Asche in Bergbäche, auf Felsen oder Wiesen gestreut werden kann. Eine Baumbestattung in der Heimat in Höchstadt würden aber viele Angehörige begrüßen.

Der kollektive Friedhofsgang am Feiertag Allerheiligen hat übrigens auch Kritiker. Die waren schon einen Tag vorher an den Gräbern ihrer Angehörigen zu finden und sprachen deutliche Worte: "Ein Tag für den neuen Wintermantel. Die Leute schauen doch nur, wer sein Grab am schönsten hergerichtet hat. Dabei wird vergessen, dass man die Gräber aber das ganze Jahr über pflegen sollte."


Friedhofsgebühren
für 20 Jahre Ruhefrist
in Höchstadt

Einzelgrab 754 Euro
Familiengrab 1509 Euro
Gruft 3019 Euro
Urnengrab 358 Euro
Urnennische 420 Euro
halban. Urnengrab 151 Euro
anonym. Urnengrab 100 Euro