Am Freitagnachmittag verstarb in seinem Haus in der Kleinen Bauerngasse in Höchstadt im Alter von 91 Jahren Pfarrer Konrad Gebhardt.

Pfarrer Gebhardt kam im April 1968 nach Höchstadt, um als hauptamtlicher Religionslehrer am hiesigen Gymnasium zu unterrichten. In einer gerade für den schulischen Religionsunterricht nicht einfachen Umbruchszeit in Pädagogik und Gesellschaft erfüllte er pflichtbewusst sein wöchentliches Pensum von 26 Stunden Religionsunterricht am Gymnasium Höchstadt bis zum Jahr 1990. Generationen von Gymnasiasten durchliefen seinen Unterricht, der besonders in der Oberstufe wegen der profunden Kenntnisse Gebhardts sehr geschätzt war.

Noch lange nach seiner Pensionierung fand man Pfarrer Gebhardt in der Bibliothek des Höchstadter Gymnasiums als eifrigen Studenten. Sprachen und Geschichte waren dabei seine Vorlieben. Schon zu Studienzeiten in Bamberg war er als "der Begabteste" eingestuft worden.

Von Anfang an stellte Gebhardt in Höchstadt auch seine priesterlichen Dienste der St. Georgspfarrei zur Verfügung. Als Beichtvater, als Zelebrant von Gottesdiensten - auch in den Filialen Ailersbach und Nackendorf - und als Prediger war Gebhardt nie unumstritten, aber geachtet und beliebt. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand unterstützte er seine Pfarrherren Michael Dötzer und Kilian Kemmer noch vermehrt, solange es ihm möglich war.

Gerade mit Dekan Kilian Kemmer verband ihn eine väterliche Freundschaft, die den sonst eher zurückgezogen lebenden und introvertiert wirkenden Gebhardt im öffentlichen Leben als offenen und humorvollen Priester erscheinen ließ. Bis zum Fronleichnamsfest 2012 nahm er selbstverständlich als Konzelebrant oder schlichter Besucher an den Sonn- und Feiertagen genauso an den Gottesdiensten in St. Georg teil wie an den Werktagen. Dank der guten Betreuung durch die Auerbacher Schulschwestern seit zehn Jahren konnte Konrad Gebhardt bis zum Schluss in seiner Wohnung bleiben, wo er ruhig und friedlich am Freitag die Augen schloss.

Konrad Gebhardt wurde am 15. August 1922 in Pressig im Frankenwald geboren wuchs als Sohn eines Bahnbeamten in Lichtenfels und Nürnberg auf. 1940 bis 1945 musste er aktiv am Zweiten Weltkrieg teilnehmen, ein Umstand, der Pfarrer Gebhardt nie mehr losließ und der ihn bis zum Ende immer wieder einholte. Nach kurzer Gefangenschaft nahm er das Theologiestudium in Bamberg auf und wurde am 30. April 1950 zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Herzogenaurach und Nürnberg wurde er 1961 Pfarrer in Weisendorf, bevor er 1968 seinen Dienst am Höchstadter Gymnasium begann. 1982 verlieh ihm Erzbischof Elmar Maria Kredel den Titel "Erzbischöflicher Geistlicher Rat".

Beerdigung am Donnerstag

Die Trauerfeierlichkeiten für Pfarrer Gebhardt beginnen am Dienstagabend um 18 Uhr mit dem Gebet des Rosenkranzes. Am Mittwochabend um 18 Uhr wird das Totengebet für den Verstorbenen in der Pfarrkirche gehalten, wozu der Leichnam von seinem Haus in der Kleinen Bauerngasse von den Ministranten abgeholt und in der Stadtpfarrkirche aufgebahrt wird.

Am Donnerstag beginnt um 13.30 Uhr der Trauergottesdienst in der St. Georg, an den sich die Beerdigung in der Priestergruft auf dem Höchstadter Friedhof anschließt. nr